Landesrat Achammer kündigt Kriterien an, um den Gewerkschaften ihre Ängste zu nehmen: „Es geht um Einzelfälle, in denen man auf 28 Stunden gehen möchte.“<BR /><BR />Eigentlich, so betonen beide Seiten, sei man fast handelseins über den neuen Vertrag für Südtirols Staatslehrer. Dieser beinhaltet die Inflationsanpassung des Staates sowie die Angleichung des Gehalts von Grundschullehrern mit Studientitel an jenes der Mittelschullehrer. Für Klassenvorstände gibt es eine Zulage von 200 Euro brutto im Jahr; auch für Tutoren winkt eine Zulage. Kurzum, ein Paket, das sich sehen lassen kann.<BR /><BR />Nun aber liegt auf den letzten Metern ein gewaltiger Stein im Weg. Lehrer können maximal 24 Stunden pro Woche unterrichten. Geht es nach dem Land, so sollen diese freiwillig auf bis zu 28 Stunden steigen. „Technische Oberschulen finden für vier Stunden oft keinen Maschinenbauer oder Elektrotechniker, der in die Schule unterrichten kommt. Ihnen wäre damit sehr gedient“, sagt Bildungsdirektor Gustav Tschenett. Es gehe um Einzelfälle. Die Mehrleistung erfolge immer freiwillig. Dass dies rechtlich nicht möglich sei, wie von den Gewerkschaften erklärt, stimme nicht. Der Staat hat die EU-Richtlinie mit der maximalen Wochenarbeitszeit von 48 Stunden für den Bildungsbereich außer Kraft gesetzt.<h3> Gewerkschaften lassen nicht locker</h3>Die Gewerkschaften nehmen dies zur Kenntnis, lassen aber nicht locker. „Mit 28 Stunden ist die Qualität des Unterrichts nicht mehr gegeben“, so Hubert Kainz (CISL/SGB). Zudem wehre man den Anfängen. Vieles, was am Start als Ausnahme daherkomme, habe sich am Ende als alltäglich entpuppt. „Da gibt es dann Kuhhandel wie übernimm 28 Stunden und du kriegst am Freitag frei“, so Andrea Perger (UIL/SGK). Alle Gewerkschaften haben Angst, dass freiwillig nicht so freiwillig ist und für Einsparungen genutzt wird. „Bleibt der Passus so, unterschreiben alle Gewerkschaften den Vertrag nicht“, sagen Kainz und Perger.<BR />Die Verhandlungsagentur ist jetzt am Ende der Weisheit und will Rücksprache mit der Politik halten. „Keine Seite kann ein Interesse daran haben, den Vertrag platzen zu lassen, wo man schon viel vereinbart hat“, sagt Landesrat Achammer. Die Bildungsdirektion wolle mit einigen zusätzlichen Stunden für eine Lehrperson eine „Lösung für vereinzelte Fälle“ finden. Achammer spricht von Kriterien, die man festlegen könnte, um den Gewerkschaften entgegenzukommen. Dahin gehend werden nun Gespräche geführt. „Es geht aber immer um eine fakultative Möglichkeit, in der man auf 28 Stunden gehen möchte und keine allgemeine Regelung.“