<?Initial_> <BR />von Bernd Posselt<BR /><BR />Der Kampf gegen das Pétain-Regime hatte die Entstehung einer der ältesten „Brandmauern“ zwischen Konservativen und radikalen Rechten zur Folge. De Gaulle grollte sogar Kräften, die er an sich schätzte, wie dem französischen Thronprätendenten Graf Henri de Paris und zahlreichen katholischen Bischöfen, weil sie sich seiner Ansicht nach nicht scharf genug gegen die Kollaboration mit Hitlerdeutschland und für den bewaffneten Widerstand positioniert hatten. In der Widerstandstradition der Gaullisten gründet auch die tiefe Kluft zwischen ihnen und der Familie Le Pen mitsamt ihrer Anhängerschaft, die ursprünglich im Lager Pétains wurzeln. <BR /><BR /><h3> Fünfte Republik</h3>Die von de Gaulle ausgerufene Fünfte Republik überwand die instabile Parteienherrschaft der Vierten. Die Idee eines starken Präsidenten hat sich in Frankreich bislang bewährt, wurde aber jetzt von Emmanuel Macron in eine volksfern-abgehobene Karikatur verwandelt. Glück hatte der jetzige Amtsinhaber jedoch mit de Gaulles Mehrheitswahlrecht, das 2 Urnengängen vorsieht. Der Republikgründer war nämlich überzeugt, dass die rebellischen Franzosen einen ersten Wahlgang brauchen, um Dampf abzulassen, und einen zweiten, um zur Vernunft zurückzukehren. Diese Rechnung ging auch diesmal auf. <h3> Gemäßigte Linke von Stalinisten trennen – christdemokratisch-liberale Zentristen, Liberale und Republikaner zu Mitte zusammenfassen</h3>Jetzt wird es darum gehen, die gemäßigte Linke um den radikalen Antikommunisten und Putin-Gegner Raphael Glucksmann von den nationalistischen Stalinisten um die Kreml-Marionette Jean-Luc Mélenchon zu trennen und die eigentlich christdemokratisch-liberalen Zentristen im Linksbündnis sowie die Liberalen Macrons und die aus dem Gaullismus hervorgegangenen Republikaner zu einer demokratischen Mitte zusammenzufassen, die den Rechtsextremisten um Marine Le Pen und den Linksextremisten um Jean-Luc Mélenchon Einhalt gebieten kann.