Der Stadtrat und die Regierungserklärung wurden mit 30 Ja-Stimmen, genehmigt. 14 Gemeinderäte stimmten mit Nein.Stefano Pagani (PSI) erklärte seine Unterstützung für die Regierung, auch wenn er sich dabei „die Nase zuhalten“ müsse, wie er betonte. Er hat wegen der Verkleinerung des Stadtrates von elf auf sieben das Stadtratsamt für öffentliche Arbeiten verloren, das er in den vergangenen fünf Jahren geführt hatte. Die Sitzung des Gemeinderats begann mit der Ersetzung von Gemeinderat Helmut Rizzolli (SVP), der in der vorhergehenden Sitzung für nicht wählbar erklärt worden war. Für den Beschluss stimmten 45 Gemeinderäte.Anschließend wurde der Gemeinderatspräsident in geheimer Abstimmung gewählt. Luis Walcher (SVP) wurde von der Mehrheit vorgeschlagen, Maria Teresa Tomada von Teilen der Opposition. Luis Walcher wurde schließlich mit 30 Ja-Stimmen, 16 Nein-Stimmen und einer Enthaltung gewählt.Vizepräsident des Gemeinderats ist Matteo Degli Agostini ("Italia dei valori"), der mit 27 Ja-Stimmen gewählt wurde.13 Gemeinderäte stimmten mit Nein, sieben Stimmzettel wurden weiß abgegeben. Bürgermeister Luigi Spagnolli stellte anschließend die Namen der Stadträte vor. Er wird mit Klaus Ladinser (SVP), Luigi Gallo ("Rifondazione Comunista"), Judith Kofler Peintner (SVP), Mauro Randi (PD), Maria Chiara Pasquali (PD), Patrizia Trincanato (Grüne regieren.RegierungserklärungIn seiner Regierungserklärung ging der Bürgermeister auf die Mehrheitsverhältnisse ein. Acht Parteien unterstützen ihn, er hoffe, dass noch zwei dazukommen. Auch mit der Opposition wolle er besser zusammenarbeiten. Es werde eine schwierige Amtsperiode, weil Bozen bereits sehr gut dastehe und die Zeiten nicht die besten seien. Man werde effizienter arbeiten müssen, auch im Gemeinderat und man werde noch bürgernäher und transparenter verwalten, kündigte er an. Bozen solle nachhaltig wachsen und auf den tatsächlichen Bedürfnissen aufbauen. Der Blick nach Europa solle immer offen bleiben.Man müsse auf dem Gebauten aufbauen, wie Renzo Piano erst kürzlich festgestellt habe, doch diesen Weg habe Bozen bereits eingeschlagen. Was die Wirtschaft anbelange, werde die Stadtregierung im Bereich Handel darauf achten, die Nahversorgung zu garantieren. Man werde in die Qualität des verbauten Raums aber auch des Grüns investieren, um ein Gleichgewicht herzustellen. Im Kulturbereich sei Bozen sehr lebendig. Nun gehe es um die Frage, ob man diese Vielfalt auch mit geringeren Mitteln aufrechterhalten könne. Wichtig für eine gemeinsame Zukunft seien eine gemeinsame Aufarbeitung der Geschichte und das gegenseitige Sprachverständnis. Spagnolli hob zudem die Bedeutung der gemeinschaftlichen Dimension, auch im Bereich des Sozialen, hervor. Besondere Aufmerksamkeit müsse auch den Familien und den Seniorinnen und Senioren geschenkt werden. Im Bereich Jugend denke er unter anderem an das neue Kulturzentrum im ehemaligen ANAS-Gebäude. Ein weiteres wichtiges Thema sei die prekäre Situation der Strafgefangenen. Bedeutung komme schließlich auch dem gelebten Sport zu, denn die Bozner seien sehr bewegungsfreudig. Das eigentliche Regierungsprogramm werde dann nach der Wahl des Stadtrats vorgestellt. Dazu bleiben 100 Tage Zeit.stol