Donnerstag, 08. April 2021

Deutsche Bahn will Trassenverlauf für Brenner-Nordzulauf vorstellen

Bei den Planungen für eine mögliche neue deutsche Bahntrasse im Inntal Richtung Brenner steht ein wichtiger Schritt bevor. Voraussichtlich nächste Woche will die Deutsche Bahn eine konkrete Empfehlung für den Trassenverlauf vorlegen.

Bürgerinitiativen stemmen sich seit Jahren gegen das Vorhaben der Deutschen Bahn.
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Bürgerinitiativen stemmen sich seit Jahren gegen das Vorhaben der Deutschen Bahn. - Foto: © dpa-tmn / Jan Woitas
Dann wird eine Vorplanung erarbeitet; die Politik entscheidet anschließend über die Umsetzung. Bisher ist nicht abschließend erwiesen, ob ein Bedarf für das Mega-Projekt vorliegt. Bürgerinitiativen stemmen sich seit Jahren gegen das Vorhaben.

Derzeit liegen noch 4 mögliche Trassen-Varianten auf dem Tisch. Aus diesen solle nach den Osterferien eine ausgewählt werden, hatte die Deutsche Bahn im Jänner angekündigt. Eine fünfte Variante war im Raumordnungsverfahren als nicht raumverträglich eingestuft worden.

Bei den 4 anderen sind für eine Raumverträglichkeit teils umfangreiche zusätzliche Maßnahmen notwendig. Dabei geht es unter anderem um Lärmschutz und die Prüfung unterirdischer Trassenverläufe, aber auch um eine teils etwas andere Gleisführung.

Gegner des Projekts favorisieren Ausbau der bestehenden Gleise

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) hatte zuletzt den Nachweis für den Bedarf eines Neubaus angemahnt. Auch im Koalitionsvertrag sei vereinbart, dass zunächst die Erforderlichkeit einer Neubaustrecke nachgewiesen werden müsse.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sagte im März nach einem Treffen mit Bürgerinitiativen, allein die Infrastruktur garantiere noch keine konsequente Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene. Die deutsche Politik müsse hier auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

Gegner des Projekts kritisieren unter anderem enorme Kosten, gravierende Eingriffe in die Landschaft und hohe Belastungen für Mensch und Natur. Sie favorisieren einen Ausbau mit Modernisierung der bestehenden Gleise.

Der sogenannte Brenner-Nordzulauf soll die Kapazitäten zum künftigen Brenner Basistunnel erweitern, an dem in Italien und Österreich gebaut wird. Damit sollen ab etwa 2030 mehr Güter auf die Schiene kommen.

apa/dpa/stol