Montag, 26. Oktober 2020

Deutscher Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann tot

Der deutsche Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann ist völlig überraschend gestorben. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans teilte am Montagmorgen auf Twitter mit: „Thomas Oppermann ist gestern plötzlich und unerwartet gestorben.“ Dies sei „ein schwerer Schock für uns alle“, schrieb er. „Wir sind tief erschüttert und trauern mit seinen Angehörigen.“

Thomas Oppermann starb im Alter von 66 Jahren. - Foto: © dpa / Michael Kappeler
Zuvor hatten RTL und ntv den Tod des 66 Jahre alten SPD-Politikers gemeldet. Demnach brach Oppermann am Sonntagabend bei TV-Arbeiten mit dem ZDF zusammen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Das ZDF bestätigte das auf Twitter.

Auch Vizekanzler Olaf Scholz sprach von einem Schock. „Unser Land verliert einen versierten Politiker, der Bundestag einen herausragenden Vizepräsidenten und die SPD einen leidenschaftlichen und kämpferischen Genossen“, schrieb er und ergänzte: „Wir alle verlieren einen Freund – und sind traurig.“

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zeigte sich tief bestürzt. Die Nachricht erfülle ihn mit tiefer Trauer, schrieb er auf Twitter. „Thomas hat sich mit Leidenschaft und Verstand um unser Land und die Sozialdemokratie verdient gemacht.“

Der Niedersachse Oppermann hatte Ende August angekündigt, bei der kommenden Bundestagswahl nicht erneut antreten zu wollen. „Nach 30 Jahren als Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag und im Deutschen Bundestag ist für mich jetzt der richtige Zeitpunkt, noch einmal etwas anderes zu machen und mir neue Projekte vorzunehmen“, hatte er erklärt.

Oppermann war von 2013 bis 2017 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Seinen Wahlkreis Göttingen gewann er viermal hintereinander direkt. Zuletzt setzte sich der 66-Jährige besonders für eine Verkleinerung des Bundestags und eine Reform des Wahlrechts ein.

dpa

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