Freitag, 10. September 2021

Bundestagswahl: Union stoppt Abwärtstrend – SPD verbessert sich

Der Abwärtstrend von CDU und CSU in der Wählergunst der Deutschen scheint vorerst gestoppt: Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov würden bei der Bundestagswahl derzeit 21 Prozent der Menschen die Union wählen. Das ist ein Prozentpunkt mehr als bei der Erhebung vor einer Woche. Gleichzeitig verbessert sich allerdings auch die SPD um einen Punkt und wäre mit 26 Prozent weiterhin die stärkste Partei. Ähnlich sind die Zahlen auch laut ZDF-Politbarometer.

SPD-Kandidat Olaf Scholz liegt beim Kanzlerwunsch mit 48 Prozent weiter deutlich vorne.
SPD-Kandidat Olaf Scholz liegt beim Kanzlerwunsch mit 48 Prozent weiter deutlich vorne. - Foto: © APA/dpa / Swen Pförtner
Während die deutschen Grünen bei der sogenannten Sonntagsfrage durch YouGov bei 15 Prozent verharren und die AfD bei 12 Prozent, verzeichnen FDP und Linke im Vergleich zur Vorwoche deutliche Verluste: Die Freidemokraten rutschen von 13 auf 10 Prozent ab, die Linke fällt von 8 auf 6 Prozent zurück. Mehr als jeder dritte Wähler ist allerdings noch unentschlossen: Der Umfrage zufolge haben erst 62 Prozent bereits ihre endgültige Wahlentscheidung getroffen.

Auch laut ZDF-Politbarometer liegt die SPD weiter mit 25 Prozent vorne. Die Union würde 22 Prozent erzielen und stoppt zumindest den Abwärtstrend. FDP und AfD kämen jeweils auf 11 Prozent. Die Grünen würden laut Umfrage unverändert 17 Prozent wählen. Die Linken würden um einen Punkt auf 6 Prozent sinken. 41 Prozent der Wähler gaben an, noch unentschieden zu sein.

Um 4 Punkte auf 29 Prozent zugelegt hat Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet bei der Kanzlertauglichkeit. Allerdings liegt SPD-Kandidat Olaf Scholz in dieser Frage mit 68 Prozent und beim Kanzlerwunsch mit 48 Prozent weiter deutlich vorne. 21 Prozent würden Laschet als Kanzler bevorzugen (plus 3). Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock kommt auf 24 beziehungsweise 16 Prozent und legt ebenfalls leicht zu.




Der Unions-Sicherheitsexperte Peter Neumann erklärte sich unterdessen im Fall einer Kanzlerschaft von Armin Laschet zur Übernahme eines Ministeramts bereit. „Es wurden noch überhaupt keine Absprachen getroffen über irgendwelche Posten“, sagt der jüngst überraschend in Laschets Kompetenzteam berufene Politikwissenschaftler im Deutschlandfunk auf die Frage, ob er Innenminister werden möchte. Er sei aber bereit, Verantwortung zu übernehmen.

„Wenn Armin Laschet Kanzler wird und möchte, dass ich nach Berlin komme, dann komme ich nach Berlin – in welcher Position auch immer.“ Neumann ist Professor am Londoner King's College und forscht zu Terrorismus. Während des österreichischen OSZE-Vorsitzes hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz, damals noch als Außenminister, Neumann zum OSZE-Sonderbeauftragten ernannt. Laschet hatte vor der Vorstellung seines Kompetenzteams gesagt, er könne zu einem existierenden Bundeskabinett mit Unions-Ministern kein paralleles Schattenkabinett präsentieren.

apa