Sonntag, 11. April 2021

Deutsche Unionsparteien beraten über Kanzlerfrage

Beim Ringen um die Kanzlerkandidatur der regierenden deutschen Unionsparteien könnten am Sonntag erste Weichen gestellt werden. CDU-Chef Armin Laschet und sein CSU-Kollege Markus Söder wollen in Berlin mit der Spitze der Unions-Fraktion im Bundestag über die Wahl-Strategie diskutieren. Die Zusammenkunft wird von Forderungen nach einer raschen Klärung der „K-Frage“ begleitet. Mehr als 50 Unions-Abgeordnete verlangten zudem öffentlich ein Mitspracherecht.

Laschet und Söder: Nur einer kann es werden.
Laschet und Söder: Nur einer kann es werden. - Foto: © APA/dpa / Guido Kirchner
Laschet und Söder gelten als aussichtsreichste Bewerber für die Kanzlerkandidatur. Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt bei der Bundestagswahl Ende September nach 16 Jahren im Amt nicht mehr an. Die Klausur der Fraktion begann um 13 Uhr, 2 Stunden später wollen Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU), CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sowie Laschet und Söder über die Ergebnisse der Beratungen informieren.

Laschet dringt nun in der Zeitung „Bild am Sonntag“ auf eine rasche Entscheidung über die Spitzenkandidatur. „Wenn ich die Stimmung in der Breite der CDU berücksichtige, sollte die Entscheidung sehr zügig fallen“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident in einem im Voraus veröffentlichten Interview. Bei der Klausur der Fraktionsspitze von CDU und CSU an diesem Sonntag werde allerdings kein Kanzlerkandidat ausgerufen. Dort gehe es vielmehr um die Coronakrise. „Die Parteivorsitzenden von CDU und CSU sind als Gäste dort, um unsere Arbeit eng zu verzahnen. Das wird dort auch erkennbar erwartet.“

Laschet machte deutlich, dass er eine von einigen Politikern geforderte Mitentscheidung durch die Unions-Bundestags-Fraktion über die Kanzlerkandidatur ablehnt: „Über die Frage der Kanzlerkandidatur entscheiden die Führungsgremien von CDU und CSU.“ Eine Geschlossenheit beider Parteien habe hohe Bedeutung. Laschet und Söder hatten wiederholt betont, dass sie die Frage der Kanzlerkandidatur bis Pfingsten untereinander klären wollten.



apa