In einem von der Öffentlichkeit abgeschirmten Bereich im Bundestags-Untersuchungsausschuss stand zunächst die Befragung eines Referatsleiters aus dem Verfassungsschutz auf dem Programm.Er ist für die Vernichtung von sieben Akten zu V-Leuten des Inlands-Geheimdienstes in der Thüringer Neonazi-Szene verantwortlich.CDU: Akten hätten bis 2013 aufbewahrt werden müssenVor der nichtöffentlichen Zeugenanhörung zog der CDU-Ausschussobmann Clemens Binninger die Darstellung in Zweifel, die Akten hätten wegen der abgelaufenen Speicherfrist vernichtet werden müssen.Die Operation „Rennsteig“, auf die sich die Akten bezogen, sei ja bis 2003 gegangen, sagte Binninger. Damit hätten die Unterlagen bis 2013 aufbewahrt werden müssen.Der Untersuchungsausschuss hatte am Mittwoch die noch existierenden Unterlagen eingesehen und dabei keine Hinweise darauf gefunden, dass V-Leute aus den Reihen des Verfassungsschutzes dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) angehörten.Damit bestätigten sich entsprechende Spekulationen, die nach Bekanntwerden der Aktenvernichtung laut geworden waren, nicht.Fromm soll am frühen Nachmittag aussagenDer Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, soll ab dem frühen Nachmittag vor dem Ausschuss aussagen. Fromm wird Ende Juli sein Amt abgeben.Er ließ sich im Kontext der Pannen bei den Ermittlungen zu den Neonazi-Morden vorzeitig in den Ruhestand versetzen.Türkei kritisiert Pannen bei ErmittlungenDie türkische Regierung kritisierte unterdessen die Pannen bei den deutschen Ermittlungen gegen die Zwickauer Neonazi-Zelle NSU.Die jetzt bekannt gewordene Aktenvernichtung beim Bundesamt für Verfassungsschutz sei „bedenklich“, erklärte das Außenministerium am Mittwochabend in Ankara.Zudem seien im Zusammenhang mit der rechtsextremen Mordserie, der zwischen den Jahren 2000 und 2006 acht türkische Staatsbürger zum Opfer fielen, nur noch zwei Verdächtige in Haft.Die Ermittlungen in Deutschland würden in der Türkei aufmerksam verfolgt, betonte das Außenministerium.Die deutschen Behörden auf Bundes- wie auf Landesebene müssten alles tun, um „gefährliche Strömungen“ wie den militanten Rechtsextremismus unschädlich zu machen, hieß es in der Erklärung weiter.Nach einer Anfang des Jahres veröffentlichten Umfrage ist eine große Mehrheit der Türken in der Bundesrepublik Deutschland der Meinung, dass die deutschen Behörden in die Gewalttaten der rechtsextremen Terrorzelle verwickelt waren.Türkische Regierungspolitiker hatten sich in der Vergangenheit mehrmals besorgt über rechtsextreme und fremdenfeindliche Tendenzen in westeuropäischen Staaten gezeigt.apa/dpa/afp