Mittwoch, 24. November 2021

Deutschland: Anteil erneuerbarer Energie soll bis 2030 auf 80 Prozent steigen

Bis 2030 soll Deutschland 80 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen.

In Deutschland will man einen massiven Ausbau von Wind und Solarenergie vornehmen.
In Deutschland will man einen massiven Ausbau von Wind und Solarenergie vornehmen. - Foto: © shutterstock
Das geht aus dem Koalitionsvertrag, der der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin aus mehreren Quellen aller drei Parteien vorlag, hervor. Bislang galt das Ziel, bis 2030 einen Anteil von 65 Prozent erreicht zu haben.

Die künftigen Koalitionspartner wollen laut Vertrag einen ehrgeizigen Ausbau von Wind und Solarenergie vorantreiben und Hürden auf dem Weg dorthin abbauen. Im vergangenen Jahr hatten die erneuerbaren Energien laut Branchenangaben einen Anteil von rund 45 Prozent ausgemacht.

Deutlich mehr sauberer Strom soll dann auch einen vorgezogenen Kohleausstieg ermöglichen – „idealerweise“ bereits bis zum Jahr 2030, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Bisher soll die klimaschädliche Kohleverstromung in Deutschland bis spätestens 2038 beendet werden.
Der Ausbau erneuerbarer Energien gilt als wichtigster Baustein, um die erst vor wenigen Monaten verschärften Klimaziele zu erreichen und die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Gelingen soll der nun angestrebte massive Ausbau laut
Koalitionsvertrag mit schnelleren Planungs- und
Genehmigungsverfahren und neuen Vorgaben. Dazu gehört eine
Solardachpflicht: Künftig sollen „alle geeigneten Dachflächen“ für
die Solarenergie genutzt werden. Bei gewerblichen Neubauten soll
dies verpflichtend sein, bei privaten Neubauten nach Möglichkeit zur
Regel werden.

Für den Ausbau von Windrädern gibt es ebenfalls neue Festlegungen:
So sollen künftig 2 Prozent der Landesfläche für die Windenergie
an Land zur Verfügung stehen, die Kapazitäten für Windenergie auf
See werden auf mindestens 30 Gigawatt bis 2030 angehoben. In den
Jahren 2035 und 2045 sollen diese Kapazitäten laut Vertrag auf
jeweils 40 und 70 Gigawatt steigen. 2030 sollen außerdem 50 Prozent
der Wärme in Deutschland klimaneutral erzeugt werden.

Die geschäftsführende Bundesregierung hatte im Mai nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts die nationalen Klimaziele deutlich angehoben. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bereits bis 2045 klimaneutral zu werden – also nur noch so viele klimaschädliche Gase auszustoßen, wie wieder neutralisiert werden können.
Bislang war der Ausbau von Wind- und Solarenergie in Deutschland deutlich hinter dem zurückgeblieben, was Experten für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft für dringend geboten halten. In der vergangenen Legislaturperiode war es trotz ehrgeizigerer Klimaziele nicht gelungen, höhere Ausbauziele für erneuerbare Energien bis zum Ende des Jahrzehnts verbindlich festzulegen.

dpa