Mittwoch, 14. Oktober 2020

Deutschland: Experte schlägt Ausreiseverbot vor

Der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, Michael Meyer-Hermann, hat Bund und Länder eindringlich vor einem Kontrollverlust bei den Corona-Infektionen gewarnt. Zudem schlug er ein Ausreiseverbot von Menschen aus Risikogebieten vor.

Angela Merkel und die Ministerpräsidenten waren am Mittwochnachmittag in Berlin zusammengekommen, um angesichts steigender Infektionszahlen über weiter Corona-Maßnahmen zu beraten.
Angela Merkel und die Ministerpräsidenten waren am Mittwochnachmittag in Berlin zusammengekommen, um angesichts steigender Infektionszahlen über weiter Corona-Maßnahmen zu beraten. - Foto: © APA/afp / MICHAEL KAPPELER
„Es ist nicht 5 vor 12, sondern 12, um das Schiff noch zu drehen“, sagte Meyer-Hermann am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern zum Auftakt der Ministerpräsidentenkonferenz im Bundeskanzleramt in Berlin. Deutschland stehe an der Schwelle zu einem exponentiellen Wachstum.

Meyer-Hermann appellierte an die Länderchefs und Kanzlerin Angela Merkel (CDU), an der Maskenpflicht festzuhalten, auch Bußgelder seien sehr wichtig, zitierten ihn Teilnehmer. Zugleich warnte er in der aktuellen Lage vor Diskussionen über Großveranstaltungen und eine Verkürzung der Quarantänezeit. Zur Verdeutlichung zeigte der Wissenschaftler eine Simulation, wie sich das Infektionsgeschehen entwickeln würde, sollte die Politik jetzt nicht gegensteuern.

Ausreiseverbot für Menschen aus Risikogebieten vorgeschlagen

Meyer-Hermann schlug nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur außerdem ein Ausreiseverbot für Menschen aus Risikogebieten vor. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Allerdings sei der Vorschlag von mehreren Teilnehmern skeptisch gesehen worden.

Merkel und die Ministerpräsidenten waren am Mittwochnachmittag in Berlin zusammengekommen, um angesichts steigender Infektionszahlen über weiter Corona-Maßnahmen zu beraten. Es wird davon ausgegangen, dass die Verhandlungen sehr schwierig verlaufen. Die Bundesregierung schließt sogar nicht aus, dass die Beratungen am Ende zu keiner einheitlichen Linie führen.

dpa/stol

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