<h3> „Regierung der Mitte“ als Ziel</h3>Bedenklich findet <Fett>Harald Stauder, Parteisekretär der SVP</Fett> (Bild), die Erstarkung der politischen Ränder – es sei höchste Zeit, die Menschen mit guter Politik wieder in die Mitte des politischen Spektrums zurückzuführen. CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz verkörpere diesen politischen Neuanfang, er habe sich als der richtige Kandidat erwiesen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1133166_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR />„Sehr überrascht hat mich indessen die Talfahrt der alten großen Volkspartei SPD, es ist bedenklich, dass sie nur noch die dritte Kraft ist“, seziert Stauder die vorläufigen Hochrechnungen. Das vorrangige Ziel müsse nun eine „Regierung der Mitte“ sein, um den stotternden Wirtschaftsmotor wieder in Schwung zu bringen.<h3> „Wie geht man mit solchen Parteien um?“</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1133169_image" /></div> <BR />„Dass die Ampel abgestraft wird, war zu erwarten“, sagt <Fett>Magdalena Amhof, Vorsitzende der sozialen Mitte der SVP</Fett> (Bild). Die AfD liegt klar im Aufwind. „Deshalb muss man sich fragen, wie man mit solchen Parteien umgeht und ob eine komplette Ausgrenzung der richtige Weg ist.“ Auch die Linke hat ein gutes Ergebnis erzielt. „Die extremen Kräfte gewinnen, bei den anderen haben wir überall Verluste“, stellt Amhof fest. Für Südtirol sei es wichtig, dass in Deutschland bald eine stabile Regierung gebildet werde. „Das hat allein schon wirtschaftliche Gründe. Einige Unternehmen im Land arbeiten eng mit der deutschen Automobilindustrie zusammen“, weiß Amhof. <h3> „Die Linken sind unerwartet stark“</h3><div class="img-embed"><embed id="1133172_image" /></div> <BR /><Fett>Team K-Chef, Paul Köllensperger</Fett> (Bild), zeigt sich vom Ausgang der Bundestagswahl nicht überrascht: „Der zweite Platz für die AfD entspricht den Wahlumfragen. Es geht überall ganz klar nach rechts.“ Dieser Trend sei auch in Südtirol zu beobachten. Unerwartet sei hingegen der Erfolg der Linken: „Da sieht man, dass die Partei meiner Meinung nach vor allem bei jungen Menschen beliebt ist, mehr noch als die Grünen.“ Das sei eine Gegenbewegung zu den Rechten. Der nächste Bundeskanzler wird aller Voraussicht nach Friedrich Merz heißen. „Er wird jetzt beweisen müssen, dass er Wort hält und eine Koalition ohne die AfD zustande bringt“, sagt Köllensperger. <h3> Grüne sind eine„gereifte Kraft“</h3><div class="img-embed"><embed id="1133175_image" /></div> <BR />Die starke Polarisierung im Wahlkampf, der überraschende Erfolg der Linken und die Grünen als am „wenigsten beschädigte Partei der Ampelkoalition“ sind für <Fett>Brigitte Foppa (Grüne, Bild)</Fett> die wichtigsten ersten Eindrücke nach Wahlabschluss. „Aus der kleinen Perspektive haben Grüne und Linke gute Ergebnisse erzielt, sehr schlecht ist es dagegen um die Sozialdemokratie insgesamt bestellt“, sagt Foppa. Das sei besorgniserregend für Deutschland und für Europa. Der Union unter Friedrich Merz bescheinigt sie einen „stockkonservativen Kurs“, die Grünen seien mittlerweile eine „gereifte Kraft“ und ein „Stabilitätsfaktor“, sie hätten einen sehr guten Wahlkampf gemacht.<h3> „Bevölkerung will politisch mitentscheiden“</h3><div class="img-embed"><embed id="1133178_image" /></div> <BR />„Die Wahlbeteiligung war sehr hoch. Das ist ein positives Resultat und ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bevölkerung politisch mitentscheiden will“, freut sich <Fett>Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit, Bild)</Fett>. Nun seien die Parteien am Zug: „Wie gehen sie mit dem Ergebnis um?“ Die großen Parteien hätten Verluste erlitten, die SPD das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte. „Die AfD hat massiv zugelegt. 20 Prozent der Bevölkerung haben für sie gestimmt. Kann man diese 20 Prozent einfach ausschließen?“ Knoll findet es „demokratiepolitisch äußerst bedenklich, wenn die Wahlgewinner nicht einmal zu Gesprächen an den Tisch geholt werden“ – unabhängig von ihrer politischen Einstellung.<h3> „Echte Politikwende ist nicht absehbar“</h3><div class="img-embed"><embed id="1133181_image" /></div> <Fett><BR />Jürgen Wirth Anderlan</Fett> <Fett>(JWA, Bild)</Fett> sieht angesichts der ersten Hochrechnungen „wenig Hoffnung“, dass sich in Deutschland etwas zum Besseren ändert, vor allem, was einen bitter notwendigen wirtschaftlichen Aufschwung betrifft. Eine echte Politikwende sei nach diesem Ergebnis nicht absehbar. Dabei sei ein starkes Deutschland auch für Südtirol von großer Bedeutung. „Ich habe mir schon gedacht, dass die AfD ihre Ziele nicht erreichen dürfte, weil die Aktion mit Elon Musk ganz und gar nicht der Mentalität der Deutschen entspricht“, sagt Wirth Anderlan. Er hätte sich ein anderes Ergebnis gewünscht, akzeptiere als Demokrat aber allemal das Ergebnis.