Die Schuldenkrise sei „zu einer schweren Vertrauenskrise geworden“, schrieben die Außenminister Deutschlands, Guido Westerwelle, Litauens, Audronius Azubalis, Estlands, Urmas Paet, sowie Lettlands, Edgars Rinkevics in einer am Donnerstag in der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlichten Erklärung. Diese kam nur einige Stunden vor einem Treffen der Außenminister in der lettischen Hauptstadt Riga.„Nicht nur zwischen den Volkswirtschaften der Eurozone sind Ungleichgewichte entstanden. Auch die nationalen Debatten über Europa driften auseinander. Zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Berliner Mauer droht darüber eine neue Spaltung unseres Kontinents, diesmal zwischen Norden und Süden“, hieß es in dem gemeinsamen Text der Außenminister. Angesichts der Herausforderungen des „globalen Zeitalters“ bedürfe es aber nicht weniger, sondern mehr Europa.Die vier Minister warnten, der Weg „der Konsolidierung, des Wachstums und der Solidarität“ sei steinig, doch sei die Krise mit entschlossenen Reformen zu überwinden. „Die erfolgreichen Reformen in Estland, Lettland und Litauen müssen uns in Europa ermutigen, den Weg fortzusetzen, den wir mit dem Fiskalpakt und dem Rettungsschirm ESM eingeschlagen haben“ schrieben sie.Die baltischen Staaten waren nach Jahren des Wachstums infolge der Krise in die Rezession gerutscht. Nach harten Kürzungen gelang es den drei Ländern jedoch, wieder auf den Wachstumskurs zurückzukehren. Estland ist seit 2011 Mitglied im Euro, während Lettland und Litauen trotz der Eurokrise einen Beitritt zur Währungsunion in den nächsten Jahren anstreben.Bei dem Treffen in Riga sollen nach Angaben des deutschen Auswärtigen Amtes neben der Wirtschaftskrise die Themen Energie, die EU-Finanzplanung und internationale Brennpunkte zur Sprache kommen. Die sogenannten 3+1-Konsultationen finden seit 1994 regelmäßig statt. Westerwelles Besuch fällt dieses Mal mit dem 73. Jahrestag der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes zusammen, mit dem Deutschland und die Sowjetunion vor dem Zweiten Weltkrieg ihre Interessensgebiete aufteilten.apa/afp