Samstag, 11. Januar 2020

Deutschland und Russland wollen an Atomprogramm mit Iran festhalten

Im Atomkonflikt des Irans mit den USA wollen Deutschland und Russland trotz der jüngsten Rückschläge an dem Abkommen von 2015 festhalten.

Merkel und Putin wollen am Atomabkommen mit dem Iran festhalten.
Merkel und Putin wollen am Atomabkommen mit dem Iran festhalten. - Foto: © APA (AFP) / KIRILL KUDRYAVTSEV

Beide Länder seien dafür, dass diese Vereinbarung weiter umgesetzt werde, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Samstag nach einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel in Moskau.

Merkel betonte, Deutschland wolle die Vereinbarung mit dem Iran „am Leben erhalten“. Dafür müssten alle diplomatischen Kanäle genutzt werden, forderte sie. „Der Iran sollte keine Atomwaffen bekommen.“

Putin sieht Europa in der Pflicht


Putin sieht dabei auch die Europäer in der Pflicht: „Die Iraner können sich auf die Verpflichtung der europäischen Länder verlassen, die versprochen haben, einen unabhängigen Finanzmechanismus zu entwickeln.

Dieser Mechanismus soll seine Arbeit aufnehmen.“ Putin erinnerte daran, dass es der Ausstieg der USA war, der dazu geführt habe, dass der Iran seine freiwilligen Verpflichtungen aus dem Abkommen ausgesetzt habe.

Iran will keine Beschränkungen mehr beachten


Der Iran hatte vor wenigen Tagen angekündigt, keine Beschränkungen für die Anzahl und Modelle seiner Zentrifugen mehr zu beachten. Damit kann das Land sein Atomprogramm nun unbegrenzt weiterführen und auch Uran unlimitiert anreichern.


In dem Atomabkommen mit den 5 UN-Vetomächten und Deutschland hatte sich der Iran verpflichtet, sein Nuklearprogramm so zu gestalten, dass das Land keine Atombomben bauen kann. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden.

Teherans Verstoß gegen das Atomabkommen

Die USA zogen sich aber 2018 aus dem Vertrag zurück und verhängten neue Sanktionen gegen Teheran.

Im Mai vergangenen Jahres begann Teheran dann, schrittweise gegen Auflagen des Atomabkommens zu verstoßen. So reicherte es inzwischen mehr Uran auf höhere Konzentrationen an als im Abkommen erlaubt.

dpa