Montag, 28. Januar 2019

Di Maio fordert Beschlagnahmung des Sea-Watch-Schiffes

In Italien tobt weiter ein Streit um das Rettungsschiff „Sea-Watch 3”, das mit 47 Migranten an Bord vor der Küste der sizilianischen Stadt Syracus auf die Landung wartet. Vizepremier Luigi Di Maio forderte, das Schiff zu beschlagnahmen und die Migranten in die Niederlande zu bringen.

Luigi Di Maio möchte die Migranten in die Niederlande bringen lassen. - Foto: APA (AFP)
Luigi Di Maio möchte die Migranten in die Niederlande bringen lassen. - Foto: APA (AFP)

Das Rettungsschiff der deutschen NGO Sea-Watch sei unter niederländischer Flagge unterwegs. Die Niederlande sollten daher die Migranten aufnehmen, argumentierte Di Maio. Die Niederlande haben sich bisher geweigert, die Flüchtlinge aufzunehmen.

Graziano Delrio, Fraktionschef des Partito Democratico (PD) in der Abgeordnetenkammer, kündigte indes an, dass die PD-Partei eine ständige Präsenz eines ihrer Parlamentarier auf der „Sea-Watch 3” garantieren will. Am Sonntag waren 3 Oppositionsparlamentarier an Bord des Schiffes gegangen und hatten über die Zustände an Bord berichtet. Die Migranten seien sehr mitgenommen.

Eine Protestaktion gegen die Regierung, die die Landung der Migranten nicht erlaube, ist am Montagnachmittag vor der Abgeordnetenkammer in Rom geplant.

An der Demonstration wollen sich unter anderem Politiker, Intellektuelle und Künstler beteiligen, die eine Petition an die Regierung zur Landung der Migranten unterschrieben haben. Die Petition wurde unter anderen vom Oscarpreisträger Roberto Benigni sowie vom Schriftsteller Andrea Camilleri und von anderen 600 Vertretern aus der Kulturwelt unterzeichnet.

apa

stol