Dienstag, 22. Januar 2019

Di Maio und Salvini schüren gegen Frankreich

Nach Äußerungen des italienischen Vize-Premierministers Luigi Di Maio gibt es wieder Ärger zwischen Paris und Rom. Auch Matteo Salvini zündelt mit.

Luigi Di Maio (im Bild) und Matteo Salvini zündeln gegen Frankreich. - Foto: Ansa
Luigi Di Maio (im Bild) und Matteo Salvini zündeln gegen Frankreich. - Foto: Ansa

Das französische Außenministerium hat Berichten zufolge am Montag die italienische Botschafterin einbestellt. „Die Chefin des Ministeriums für europäische Angelegenheiten, Nathalie Loiseau, hat die italienische Botschafterin nach unannehmbaren und haltlosen Äußerungen der italienischen Regierung einbestellt“, hieß es nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP aus dem Ministerium.

Di Maio hatte Frankreich am Sonntag vorgeworfen, noch immer Kolonien in Afrika zu haben und von der dortigen Armut zu profitieren. „Wenn es heute Menschen gibt, die Afrika verlassen, (ist es) weil einige europäische Länder, Frankreich vorneweg, nie aufgehört haben, Afrika zu kolonialisieren“, sagte der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung. Nur den „afrikanischen (...) Kolonien“ habe Frankreich seine weltwirtschaftliche Stellung zu verdanken.

Salvini: „Befreit euch von schlechtem Präsidenten“

Italiens Innenminister Matteo Salvini legte am Dienstag nach und warf Frankreich vor, Afrika seinen Reichtum zu entziehen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Er warf Paris zudem vor, kein Interesse daran zu haben, die Situation im Bürgerkriegsland Libyen stabilisieren zu wollen.

Er hoffe, dass sich die Franzosen „von einem sehr schlechten Präsidenten werden befreien können“, sagte Salvini in einem am Dienstag im Online-Netzwerk Facebook verbreiteten Video. Dazu hätten die Franzosen bei der Europawahl am 26. Mai die Gelegenheit.

Dann könne das französische Volk „seine Zukunft und sein Schicksal wieder in die eigene Hand nehmen“, sagte der Politiker der Lega-Partei. Er warf Macron vor, den „Stolz“ der Franzosen schlecht zu repräsentieren. Zugleich betonte Salvini seine Nähe zum Nachbarland Frankreich. „Ich bin mit ganzem Herzen und meiner ganzen Arbeit beim französischen Volk.“

Jüngst hatte es zwischen Paris und Rom geknirscht, weil die italienische Regierung der „Gelbwesten“-Bewegung in Frankreich ihre Unterstützung erklärt hatte. Seitdem die Regierung unter Salvini und Di Maio in Italien an der Macht ist, hat sich die Stimmung zwischen den beiden Ländern immer weiter verschlechtert. Heftigen Streit hatte es auch immer wieder über die europäische Flüchtlingspolitik und das Rettungsschiff „Aquarius“ gegeben.

dpa

stol