„Politik funktioniert einfach. Im Landtag braucht es mindestens 18 Stimmen, um ein Gesetz abzuändern, und für die Einführung einer Hundesteuer gibt es die 18 Stimmen nicht – weder innerhalb der Mehrheit noch durch Schützenhilfe seitens der Opposition. Also belassen wir alles, wie es ist.“<h3> „Wie es ist“, funktioniert es aber nicht</h3>Von den rund 41.000 Hundehaltern in Südtirol haben 28.000 den DNA-Test verweigert, den der Landtag 2018 per Gesetz beschlossen hatte. „Bis 1. Jänner 2021 müssen alle Hunde getestet sein, sonst werden Strafen fällig“, hatte Arnold Schuler, Walchers Vorgänger im Amt als Landesrat, damals angekündigt. <BR /><BR />Schulers Idee: Wenn der Kot aller Hunde in einer Datenbank erfasst ist, können jene Hundehalter ausgeforscht werden, die das Häufchen ihrer Lieblinge nicht fachgerecht wegräumen. <h3> Wiederholt wurde die Frist für den DNA-Test verlängert</h3>Fünf Jahre nach der „letzten Frist“ sind zwei Drittel der Hundebesitzer der gesetzlichen Pflicht immer noch nicht nachgekommen. Ab 1. Jänner 2026 müsste Landesrat Luis Walcher demzufolge seine Mitarbeiter auffordern, Verwaltungsverfahren einzuleiten. Die Mindeststrafe beträgt immerhin knapp 300 Euro.<BR /><BR />Genau das wollte Luis Walcher – pragmatisch – vermeiden. Jenen Hundehaltern, die den Hundekot-Test absolviert haben, sollte die Hundesteuer erlassen werden, alle anderen Hundebesitzer sollten 100 Euro pro Jahr Steuer an die Gemeinden bezahlen – Urlauber inklusive.<h3> Landtag könnte Landesgesetz widerrufen</h3>Das bestehende Landesgesetz mit dem obligaten Test ist obsolet, darüber sind sich alle einig. Der Landtag könnte es auch widerrufen, doch den 13.000 Hundehaltern, die den Test von Tierärzten pflichtbewusst durchführen hatten lassen, müssten die Kosten rückerstattet werden – zwischen 60 und 180 Euro je DNA-Test. „Das ist verwaltungstechnisch aus meiner Sicht nicht machbar“, sagt Landesrat Walcher – pragmatisch. Doch Pragmatismus scheint in diesem Fall wohl nicht gefragt zu sein. <BR /><BR />Bleibt abzuwarten, ob die 35 Landtagsabgeordneten nicht doch eine praktikable Lösung finden, um die Häufchen-Posse zu beenden.