<h3> GESCHICHTE</h3>Der kurdische Nationalismus kam in den 1890er Jahren auf, als das Osmanische Reich bereits kurz vor dem Ende stand. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde den Kurden im Vertrag von Sèvres 1920 die Unabhängigkeit in Aussicht gestellt. Doch der Vertrag von Lausanne (1924), der die Grenzen der modernen Türkei festlegte, besiegelte die Aufteilung ihres Siedlungsgebiets auf die Türkei, den Irak, den Iran und Syrien. Die Kurden sprechen eine mit dem Persischen verwandte Sprache. Die Mehrheit von ihnen sind sunnitische Muslime.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1284633_image" /></div> <h3> SYRIEN</h3>Kurden stellen etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Unter dem 2024 gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad wurden ihnen Bürgerrechte verweigert und ihre Sprache verboten. Im Bürgerkrieg ab 2011 bauten die Partei PYD und die Miliz YPG im Norden eine Selbstverwaltung auf und verbündeten sich im Kampf gegen den IS mit den USA. Nach der Machtübernahme durch die islamistische Rebellenmiliz HTS unter Mohammed al-Dscholani, der seinen Kampfnamen ablegte und als heutiger Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bekannt ist, gerieten die Kurden unter Druck. Zwar erkannte Al-Scharaa Kurdisch am 16. Januar neben Arabisch per Dekret als Amtssprache an, die Regierungstruppen drängten die kurdischen Einheiten jedoch zurück. Die PYD steht ideologisch der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) nahe.<h3> TÜRKEI</h3>Hier sind rund 20 Prozent der Bevölkerung Kurden, sie leben vorwiegend im Südosten. Die PKK führt seit 1984 einen bewaffneten Kampf gegen den Staat, der mehr als 40.000 Menschen das Leben kostete. Ihr Anführer Abdullah Öcalan ist seit 1999 inhaftiert. Ein Anfang 2025 gestarteter Friedensprozess ist ins Stocken geraten, obwohl Öcalan zur Niederlegung der Waffen aufgerufen hatte. Die USA, die EU und die Türkei stufen die PKK als Terrororganisation ein. Das türkische Militär geht regelmäßig gegen PKK-Stellungen im Nordirak und gegen die YPG in Nordsyrien vor.<h3> IRAK</h3>Die Kurden machen 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung aus. Nach Giftgasangriffen und Vertreibungen unter Saddam Hussein erlangten sie ab 1991 und besonders nach dem US-Einmarsch 2003 weitgehende Autonomie. Die Autonome Region Kurdistan erstreckt sich über den Norden und Nordosten des Landes und verfügt über ein eigenes Parlament sowie Sicherheitskräfte. Ein Unabhängigkeitsreferendum 2017 scheiterte jedoch am Widerstand der Regierung in Bagdad und der Nachbarstaaten, woraufhin die Kurden die Kontrolle über einige ölreiche Gebiete wie die Stadt Kirkuk wieder abgeben mussten. Spannungen mit der Zentralregierung bestehen vor allem wegen der Verteilung von Öleinnahmen fort.<h3> IRAN</h3>Rund zehn Prozent der Iraner sind Kurden. Menschenrechtler werfen der geistlichen Führung in Teheran systematische Diskriminierung vor, was diese bestreitet. Drei große separatistische Gruppen operieren vom irakischen Kurdistan aus. Der Iran fordert deren Auslieferung und Entwaffnung. Die kurdischen Gebiete waren ein Zentrum der Unruhen, die Ende 2025 begannen und bei denen im Jänner 2026 Tausende getötet wurden. Die Protestwelle von 2022 wiederum hatte sich am Tod einer Kurdin in Polizeigewahrsam entzündet.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/suche/Krieg%20in%20nahost" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Mehr zum Krieg in Nahost lesen Sie hier.</a>