„Unzüchtiges Verhalten ist in sich selbst negativ und richtet sozialen Schaden an, abgesehen davon, ob es bekannt wird oder nicht. Es vergiftet die Luft und erschwert den gemeinsamen Weg. Die Luft muss gereinigt werden, damit die neuen Generationen nicht vergiftet werden“, forderte Bagnasco.Wer sich für das politische Engagement entscheide müsse Nüchternheit, Disziplin und Ehrenhaftigkeit bewahren. Ohne dass Bagnasco Berlusconi namentlich nannte, wurde sein bei der Eröffnung einer CEI-Konferenz lancierter „Appell an die politische Klasse des Landes“ von Medien und Beobachtern sofort auf den 74-jährigen Premier bezogen. „Bagnasco kritisiert Berlusconi, ohne ihn zu nennen“, titelte der „Corriere della Sera“ (Online). Andere sprachen direkter von „Prügel für Berlusconi“.Der Kardinal warnte auch vor der Korruption in Italien. „Die Korruption ist eine Krake, die bekämpft werden muss“, sagte Bagnasco.In einer extrem heiklen politischen und sozialen Phase sei eine ethische Erneuerung des Landes dringend notwendig, um Italien neue Perspektiven und den Menschen Mut zu verschaffen, sagte Kardinal Bagnasco. Wichtig sei vor allem die Stabilisierung der Arbeitsverhältnisse für die Jugendlichen. Nur mit sicheren Jobs könnten die junge Generationen Familien gründen. Ein „Generationenpakt“ sei notwendig, um jungen Italienern positive Aussichten zu garantieren. Vor allem eine Reform des Steuer- und Pensionswesens sei dringend notwendig, so Bagnasco.Der Episkopatschef warnte vor der übertriebenen Macht der Finanz, die von der Politik immer unabhängiger agiere. „Die Ratingagenturen bewerten die Zuverlässigkeit von Staaten und Unternehmen und bauen ihren mysteriösen Einfluss aus, was die Demokratien mit zusätzlichen Bürden belastet“, so Bagnasco. apa