Montag, 22. Oktober 2018

Die Verlierer der Landtagswahlen 2018

Neben vielen Überraschungen, Gewinnern und Neueinsteigern gibt es natürlich, wie bei jeder Wahl, auch bei den Landtagswahlen 2018 Verlierer. STOL hat diese für Sie zusammengefasst.

Nicht unbedingt zum Lachen: Mit einem Minus von 21.957 Vorzugsstimmen hat Ulli Mair von den Freiheitlichen die größte individuelle Ohrfeige von den Südtiroler Wählern erhalten. - Foto: Freiheitliche
Nicht unbedingt zum Lachen: Mit einem Minus von 21.957 Vorzugsstimmen hat Ulli Mair von den Freiheitlichen die größte individuelle Ohrfeige von den Südtiroler Wählern erhalten. - Foto: Freiheitliche

Parteien

Wenn wir zunächst von Parteien und nicht von einzelnen Personen sprechen, müssen die Freiheitlichen als die größten Verlierer dieser Wahl bezeichnet werden. Die Blauen mussten gewaltig Federn lassen. Im Vergleich zu 2013 stürzten sie bei der Wahl am Sonntag um knapp zwei Drittel auf 6,2 Prozent ab. 2013 hatten die Freiheitlichen noch 18 Prozent geholt und 6 Abgeordnete in den Landtag geschickt. Nun müssen sie sich mit 2 Mandaten zufrieden geben.

Auch die Süd-Tiroler Freiheit kann mit ihrem Ergebnis nicht wirklich zufrieden sein. Sie verlor im Vergleich zu 2013 3000 Stimmen, 0,8 Prozent fehlen auf das dritte Mandat, das sie die letzten 5 Jahre noch innehatten. 

Auch für die BürgerUnion ist das Ergebnis mehr als bitter. Sie ist nun nicht mehr im Landtag vertreten, verliert 2401 Stimmen. 

Auch die Regierungspartei SVP hat verloren. Sie muss ein Minus von 3,8 Prozent verkraften. Ihr selbsternanntes Ziel von 40 Prozent der Stimmen für sich zu verbuchen, ist ihr allerdings mit knapp 42 Prozent gelungen. Statt der 17 Mandate in der letzten Legislaturperiode, kommt die SVP nur noch auf 15. 

Der Partito Democratico (PD) hat über 8000 Stimmen verloren und kann statt 2 Abgeordnete nur noch einen Abgeordneten in den neuen Landtag entsenden. Die Lega hat den PD als stärkste italienischsprachige Partei überholt.

Persönliche Niederlagen

Mit einem Minus von 21.957 Vorzugsstimmen hat Ulli Mair von den Freiheitlichen die größte individuelle Ohrfeige von den Südtiroler Wählern erhalten. Nur mehr 9030 Vorzugsstimmen erhielt die 44-Jährige am Sonntag, vor 5 Jahren waren es noch plebiszitäre 30.987 gewesen.

Andreas Pöder von der BürgerUnion ist ebenfalls einer der Verlierer der Landtagswahl. Nach 20 Jahren ist er aus dem Landtag ausgeschieden. 3.664 Stimmen, was 1,3 Prozent entspricht, waren zu wenig, um wieder in den Landtag einzuziehen.

Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher muss ein Minus von 12.907 Vorzugsstimmen wegstecken: 2013 hatten ihm 81.117 Südtiroler das persönliche Vertrauen bekundet, am Sonntag konnte Kompatscher nur mehr 68.210 Vorzugsstimmen auf sich vereinen. 

Schiefer Oswald, der in den letzten 5 Jahren für die SVP im Landtag saß, hat es dieses Mal als einziger der etablierten SVP- Landtagsabgeordneten nicht mehr geschafft. Der Unterlandler belegte den 17. Platz, diese Position hat 2018 für den Einzug in den Landtag aber nicht gereicht. 

Christian Tommasini vom Partito Democratico verlor ganze 4755 Stimmen und kommt mit diesem bitteren Ergebnis nicht mehr in den Landtag. 

Bernhard Zimmerhofer von der Süd-Tiroler Freiheit, der von 2013 bis 2018 im Landtag vertreten war, ist ebenfalls nicht mehr in den Landtag gewählt worden. 

Frauen verlieren ein Mandat

Auch was die Frauenquote im Landtag angeht, gibt es Einbußen, wenn auch nur kleine. 1 Frau weniger (9 statt 10) als in der letzten Legislaturperiode sitzt ab jetzt im Landtag. 

Pechvögel 

Nicht unbedingt als Verlierer, aber als Pechvögel kann man all jene bezeichnen, die knapp an einem Landtagsmandat vorbeigeschlittert sind. Dazu zählen auf der Liste der SVP etwa Kandidatin Paula Bacher, bei den Grünen Tobe Planer und Florian von Ach bei den Freiheitlichen.

stol

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