Die AfD zieht in den Umfragen auf und davon und in der Union wird man – als Brandmauer nach rechts die bröckelt – nervös. CDU-Chef Friedrich Merz, der zudem auch noch parteiinterne Konkurrenz heranwachsen sieht, hat nun reagiert und einen wichtigen Posten neu besetzt. Die Strategie dahinter ist klar. <BR /><BR /><BR />Der Wechsel erfolgte unter dem Eindruck der zunehmenden und als bedrohlich empfundenen Beliebtheit der AfD und der verstörenden Tatsache, dass die CDU von der kläglichen Darstellung der Regierung keinen Vorteil ziehen kann.<BR /><BR /><BR />Andererseits ist Merz seit fast einem halben Jahr Vorsitzender der CDU und hat bisher nicht den Eindruck zu erwecken vermocht, er würde es nun anders machen als die einstige Frau Merkel, als deren Gegenpol er doch immer gegolten hatte. Für eine tiefgreifende Änderung der Politik der CDU haben die beiden doch eine zu große Gemeinsamkeit, nämlich die überaus engen transatlantischen Verbindungen und auch Verpflichtungen.<BR /><BR /><BR />Jetzt also scheint sich Merz besonnen zu haben, und so etwas hat immer mehr Gründe als nur einen einzigen. Da ist zum Beispiel ein Herr Hendrick Wüst, CDU-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Hüter des Andenkens von Merkel, das er von Merz gefährdet sieht, wenn auch wahrscheinlich nur aus taktischen Gründen. Jedenfalls ist mit Wüst eine Rückkehr der CDU zu ihren einstigen bürgerlichen Positionen nicht zu machen. Er ist linksliberal mit stark grünen Schattierungen und dem Zeitgeist ergeben. Außerdem hat er durchblicken lassen, dass man ihn überreden könnte, Kanzler-Kandidat der Unions-Parteien zu werden.<h3> Stärkung des konservativen Elements</h3><BR />Das kann sich Merz natürlich nicht bieten lassen, und das ist der zweite Punkt, der ein Anziehen der Zügel notwendig macht. Der dritte besteht darin, dass noch in diesem Jahr in Thüringen, Sachsen und Brandenburg gewählt wird, und überall ist die AfD überaus stark. Merz scheint es zu dämmern, dass, wenn die CDU Modetorheiten und ideologischen Fehlentwicklungen nachläuft, davon nicht sie, sondern die AfD einen Vorteil hat. Aus Parteikreisen heißt es nun: „Das mit dem Bäume-Umarmen ist bei allen nun vorbei.“<BR /><BR /><BR />Die CSU begrüßt die Wahl Linnemanns, den sie als eine Stärkung des konservativen Elements der CDU ansieht. Nur von einer Seite kam Kritik wegen Linnemanns Überlegungen über einen späteren Renteneintritt. Der frühere bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer kommentierte das mit dem Wort „Leichtmatrose“. Das wird Linnemann allerdings verkraften können, wie auch die CSU über diesen Einwurf hinweggehen wird. Bei Seehofer ist halt der alte Sozialpolitiker wieder durchgekommen.