Wir haben diese Frage Informatik-Professor Claus Pahl von der Freien Universität Bozen gestellt. Er ist überzeugt: „Die Gefahren lassen sich in den Griff bekommen.“<BR /><BR /><b>Immer wieder hört man von mutmaßlicher Einflussnahme auf Wahlen und Wahlergebnisse. Und ebenso von perfiden Betrugsmaschen im Internet. Wie sicher ist vor diesem Hintergrund E-Voting?</b><BR />Prof. Claus Pahl: Sichere Online-Wahlen sind tatsächlich eine Herausforderung. Zusammen mit der SIAG haben wir als Uni Bozen ein Projekt durchgeführt und dabei die Schwierigkeiten ausgelotet. Die Gefahren sind aus meiner Sicht aber weitgehend in den Griff zu bekommen. Es gibt auch bereits zahlreiche Forschungsergebnisse dazu.<BR /><BR /><BR /><b>Was kann man tun, um E-Voting vor Hackerangriffen zu schützen?</b><BR />Prof. Pahl: Ein ganz wesentlicher Punkt ist die Datenspeicherung. Erfolgt sie ausschließlich auf einem Server, ist das System anfälliger, als wenn man auf eine sog. Blockchain-Lösung setzt. Eine Blockchain wird nicht zentral gespeichert, sondern als verteilte Datenbank geführt. Das erhöht die Sicherheit vor externen Angriffen auf die Datenbank.<BR /><BR /><BR /><BR /><b><BR />Also mehrere Speicher?</b><BR />Prof. Pahl: Genau. Es werden Kopien der Daten auf den Speicherknoten verschiedener Betreiber wie Betriebe oder auch Privatpersonen gespeichert...<BR /><BR /><b>Und was ist mit dem Moment der Stimmabgabe? Auch hier könnten Hacker ansetzen...</b><BR />Prof. Pahl: Natürlich muss es auch hierfür Sicherheitsnetze geben wie es sie ja beispielsweise auch für das Online-Banking gibt. Aber es ist in der Tat eine Schwachstelle, die nach einer sehr sicheren Methode der Identifizierung verlangt.<BR /><BR /><BR /><b>Je komplizierter die Identifizierung, desto größer die Probleme für die Nutzer. Nicht jeder ist digital wirklich fit.</b><BR />Prof. Pahl: Das ist in der Tat ein großes Problem, weswegen E-Voting bei wichtigen Wahlen in nächster Zeit nur eine zusätzliche Alternative sein sollte.<BR /><BR /><BR /><b>Könnte ein Hackerangriff unbemerkt bleiben?</b><BR />Prof. Pahl: Durch den Einsatz von Blockchains und Verschlüsselungstechniken wird versucht, dies so gut wie auszuschließen.