Freitag, 17. April 2020

Oberstes Ziel: Mit verschiedensten Methoden maximal testen

Immer wieder betont die Landesregierung: Eine Lockerung der Bekämpfungsmaßnahmen gegen das neuartige Coronavirus und die Krankheit Covid-19 hängt von der Entwicklung der epidemiologischen Zahlen ab. Darüber und über die weiteren Eindämmungsstrategien wurde am Freitag virtuellen Landesmedienkonferenz berichtet.

Anwesend waren am Freitag Landeshauptmann Arno Kompatscher, Gesundheitslandesrat Thomas Widmann und die Direktorin des Departments für Gesundheitsvorsorge Dagmar Regele.
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Anwesend waren am Freitag Landeshauptmann Arno Kompatscher, Gesundheitslandesrat Thomas Widmann und die Direktorin des Departments für Gesundheitsvorsorge Dagmar Regele. - Foto: © lpa
Anwesend waren am Freitag Landeshauptmann Arno Kompatscher, Gesundheitslandesrat Thomas Widmann und die Direktorin des Departments für Gesundheitsvorsorge Dagmar Regele.

Kompatscher sprach zunächst über seine Forderungen bei der heutigen Regionenkonferenz in Bezug auf die Aussetzungen der Zahlungen an den Staat. Außerdem poche Südtirol auf einen gewissen Gestaltungsspielraum in Bezug auf den Landeshaushalt. Die Vize-Finanzministerin Castelli werde die Zahlen und die Forderungen nun prüfen. Anfang nächster Woche werde man wieder zusammentreten.

Thomas Widmann erläuterte anschließend kurz die Covid-19- Zahlen. Es gab in den vergangenen 24 Stunden 46 Geheilte, „nur“ 28 neue Infizierte und auch die Anzahl der Intensiv-Patienten ist seit Tagen konstant bei etwa 25. Zum ersten Mal seit dem 31. März gibt es weniger als 3000 unter Quarantäne stehende Personen.

Tests

„Erste Tests wurden vor 2 Monaten durchgeführt, bisher sind es insgesamt 27.000 Tests, die an 13.000 Personen in Südtirol gemacht wurden. Italienweit sind wir jene Provinz, die am meisten Tests durchgeführt hat, und auch im internationalen Bereich spielen wir vorne mit“, so Widmann.

„4,6 Prozent gemessen an Bevölkerung sind es bei uns, 3,5 Prozent im Trentino, das Bundesland Tirol liegt knapp vor uns, Bayern liegt bei 2,4, das Veneto bei 4,3, Lombardei bei 2, italienweit sind es 1,8 Prozent, in Österreich 1,8 und in der Schweiz 2,3 Prozent.“

Südtirol liegt bei der Anzahl der Test also sehr weit vorne, Südtirol führt diese Tests nach dem staatlichen Protokoll durch.
Derzeit werden vor allem 3 Gruppen getestet:
- Personen mit Symptomen und deren Umfeld
- Gesundheitspersonal (bisher 7000 durchgeführte Tests)
- Heimbewohner und Mitabeiter (bisher 5000 durchgeführte Tests)

Altersheime

Widmann betont auch, dass gerade in den Altenheimen sehr stark getestet wird. In den 50 Heimen, in denen Fälle nachgewiesen wurden, wurden bereits 50 Prozent der Bewohner und auch Mitarbeiter durchgetestet.

Der klassische PCR-Test mittels Nasen-Rachen-Abstrich steht derzeit hauptsächlich im Einsatz, diese sind allerdings zeit- und personal-intensiv, deshalb seien nun ergänzende Test vorgesehen, wie eben serologische und quantitative Tests.

Ab 24. April wird das Projekt validiert und dann das Personal etwa in den Krankenhäusern, die Hausärzte und die Mitarbeiter in den Heimen serologisch getestet. Wenn Normalität zurückkehrt, werden auch alle stationär aufgenommene n Patienten getestet. Dies sei essentiell in Bezug auf die Vermeidung eines neuerlichen Ausbruchs der Seuche.

3 Arten von Schnelltests bestellt

Wie berichtet seien bereits 50.000 Antigentest bestellt, aber noch nicht geliefert worden, die 15.000 Antikörpertests hingegen sind in Bozen ankommen. Auch die PCR Smart Tests sind bestellt, aber noch nicht da. „Eigentlich sollten die ersten beiden genannten Tests kombiniert eingesetzt werden, aber das ist so nun nicht möglich, da die Antigentests noch fehlen“, sagte Gesundheitslandesrat Thomas Widmann.

Bereits an diesem Wochenende wolle man aber dennoch beginnen, Risikogruppen möglichst breit mit den Anti-Körpertests zu testen, unter anderem 2000 Mitarbeiter des Weißen Kreuz.

Oberstes Ziel ist: Maximal testen mit den verschiedenen Methoden

Frau Dr. Regele erklärte abschließend die einzelnen Methoden im Detail:

Klassischer Abstrich: Beste und sicherste Methode, Diagnosetest schlechthin, derzeit 1000 Tests pro Tag, was für Südtirol sehr viel ist

Neue Tests für Schnellverfahren: Antikörpertest liefert das Ergebnis in 10 bis 15 Minuten. Er wird ähnlich einer Blutzuckermessung in einem Gerät analysiert. Ideal ist hier die Kombination mit einem Antigen-Schnelltest (Nasen-Rachen-Abstrich), dann sei die Trefferquote recht hoch.

Diese Tests werden dann vor allem im Covid-Zelt, in der Ersten Hilfe und in den Altersheimen eingesetzt.

Die Antikörpertest seien enorm wichtig, um die Durchseuchung der Bevölkerung einschätzen zu können und festzustellen, wer die Krankheit bereits durchgestanden hat. Außerdem hilft er einzuschätzen, wie lange die Immunität gegen das Virus andauert. Darüber habe man derzeit noch sehr wenig Erfahrungsschatz.






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