Zudem bleiben Reformen aus, kritisiert die Opposition bei der Haushaltsdebatte im Landtag. Brigitte Foppa (Grüne) forderte eine Studie zur Verteilung des Reichtums im Land. Südtirol habe die höchste Schuldenlast pro Kopf, die Hälfte der Südtiroler könne nichts ansparen. Hochglanzbilder der IDM passen nicht damit zusammen, dass sich in der Pizzeria manche ein Glas Wasser teilen. Der Tourismus sei vom Wohlstands- zum Teuerungsfaktor geworden. Vertrauen in die Politik gewinne man zudem nicht zurück, indem man das Salär erhöhe.<BR /><BR />Südtirol ist ordentlich verwaltet, aber es wird nicht zukunftsorientiert gearbeitet, meint Paul Köllensperger. Man habe viel zu viel Beitragsmentalität erzeugt. Südtirol habe eines der höchsten BIP, aber eine geringe Wettbewerbsfähigkeit, zu wenig Innovation und ein geringes Wirtschaftswachstum. „Spitzenreiter ist man lediglich bei den steigenden Immobilienpreisen.“<h3> Sven Knoll kritisiert Autonomie-Reform als Rückschritt</h3>„Der Haushalt ist nicht so groß, weil die Preise gestiegen sind“, so Maria Elisabeth Rieder. Löhne seien zurückgeblieben. Wer nicht erbe oder von Eltern unterstützt wird, habe keine Chance, ein Eigenheim zu erwerben. Die Politik habe eine Wohnreform gemacht, die erneut auf Eigentum setze. Es brauche aber Mietwohnungen.<BR /><BR />Sven Knoll kritisierte die Autonomie-Reform als Rückschritt. Die Zuwanderung steige, während jährlich 800 junge, gut ausgebildete Südtiroler das Land verlassen, weil leistbarer Wohnraum fehle. Die Sicherheit in den Bussen nehme ab. „Nun muss der Steuerzahler zahlen, weil sich einige nicht benehmen. Ein Rückflugticket nach Marokko würde 125 Euro kosten.“ Die von der Mehrheit im Regionalrat beschlossenen neuen Abgeordnetengehälter seien nicht mehr nachvollziehbar. <BR /><BR />Für Waltraud Deeg eröffnet der Haushalt von fast neun Mrd. Euro viele Chancen. Es gelte, auch in der Privatwirtschaft dafür zu sorgen, dass Löhne steigen. Es ist eine Frage der Würde, dass man vom Lohn leben kann. Größter Preistreiber beim Wohnen sei das knappe Angebot. Die Antwort sei ein gut finanzierter öffentlicher Wohnbau. Junge Menschen sollten sich Eigentum leisten können.