Mittwoch, 20. Dezember 2017

Doppelpass: Meinungen gehen auseinander

Der Doppelpass ist in aller Munde. Nun hat sich auch Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi und die ehemalige Südtiroler Landtagsabgeordnete Eva Klotz zu Wort gemeldet.

Hitzige Diskussionen gibt es zur Zeit in Südtirol zum Thema Doppelpass.
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Hitzige Diskussionen gibt es zur Zeit in Südtirol zum Thema Doppelpass. - Foto: © shutterstock

„Politische Provokation“

Caramaschi hat die Entscheidung von ÖVP und FPÖ, die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler ins Regierungsprogramm aufzunehmen, kritisiert. Als „politische Provokation“ der neuen Regierung in Wien bezeichnete Caramaschi den Vorschlag der Regierungsparteien.

Der Plan der Regierungskräfte sei Ausdruck des „nationalistischen Windes“ in Österreich. „Es werden Barrieren errichtet, Europa ist schwach. Man verschliefst sich und denkt, dass man sich so vor dem Sturm rettet“, so Caramaschi laut der italienischen Nachrichtenagentur ADNKronos.

Klotz enthusiastisch

Eva Klotz hingegen begrüßt den Beschluss, die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Südtiroler ins Regierungsprogramm aufzunehmen. „Endlich, seit vielen Jahren arbeiten wir für den Doppelpass“, sagte Klotz. Ihr Ziel bleibe jedoch ein Selbstbestimmungsreferendum für Südtirol.

„Der Doppelpass ist ein Symbol und bedeutet eine engere Beziehung zum österreichischen Vaterland. Es wird keine Pflicht sein, den Doppelpass zu fordern. Wichtig ist, dass derjenige, der ihn will, ihn erhalten kann. Das nennt man Freiheit“, sagte die Gründerin von Südtirol Freiheit. „Los von Rom“ sei nach wir vor ihr Slogan. „Wir fordern weiterhin ein Selbstbestimmungsreferendum. Das ist ein Recht unseres Volkes. Wir sind nicht Italiener und können nicht zu Gefühlen gezwungen werden, die uns nicht eigen sind“, meinte die Ex-Landesabgeordnete.

Ihr Ziel sei nach wie vor die Wiedervereinigung Tirols. „Da die EU dies nicht erlauben will, wie es auch aus ihrer Haltung im Umgang mit Katalonien hervorgeht, können wir zumindest engere Beziehungen zu Österreich und mit unseren Nordtiroler Brüdern unterhalten“, sagte Klotz.

Klotz lobte die FPÖ. „Sie ist die Partei, die sich am stärksten für Südtirol engagiert hat. Sie hat ein Versprechen gemacht und es auch gehalten“, meinte Klotz. Die Pläne der Regierung in Wien hätten die SVP in Schwierigkeiten versetzt. „Die SVP muss den Vorschlag unterstützen, obwohl sie nichts dafür getan hat“, so Klotz.

Wie berichtet gibt es auch unter Südtirols Sportlern eine hitzige Debatte zum Thema Doppelpass.

stol

stol