Donnerstag, 07. November 2019

Dorfgasthäuser erhalten und beleben

Am Donnerstag ist der Beschlussantrag zum Thema „Dorfgasthäuser erhalten und beleben“ im Landtag angenommen worden. Nun sollen zielgerichtete Sonderbestimmungen ausgearbeitet werden, die eine Unterstützung für kleine Dorfgasthäuser und Dorfbars vorsieht. Erfreulich, denn: “Mit jedem Dorfgasthaus, das schließt, geht ein Stück Tradition verloren“, betont Helmut Tauber (SVP).

Wichtig ist, sofort aktiv zu werden, bevor weitere Traditionsgasthäuser ihre Tore schließen“, meint Helmut Tauber.
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Wichtig ist, sofort aktiv zu werden, bevor weitere Traditionsgasthäuser ihre Tore schließen“, meint Helmut Tauber. - Foto: © shutterstock

Und weiter: “Mit jeder Dorfbar, die schließt, verringert sich die gastronomische Vielfalt in unserem Land. Das Dorf verliert seinen gesellschaftlichen Mittelpunkt. Doch damit nicht genug: Wenn es im Dorf kein Gasthaus mehr gibt, sind auch andere Betriebe wie Metzgereien, Bäckereien usw. in ihrer Existenz bedroht. Um die Revitalisierung und Aufrechterhaltung von kleinen Dorfgasthäuser und Dorfbars zu unterstützen, bedarf es, ähnlich wie für den Handel, Sondermaßnahmen zugunsten der gastgewerblichen Nahversorgung zu treffen. Wichtig ist, dass wir jetzt sofort aktiv werden, bevor weitere Traditionsgasthäuser ihre Tore schließen“, meint dazu Helmut Tauber.

Das Bundesland Tirol hat es vorgemacht: Am 2. Oktober hat die dortige Landesregierung beschlossen, dem Wirtshaussterben vehement entgegenzutreten. Dazu wurde ein Maßnahmenpaket beschlossen, welches unter anderem eine Prämie für Wirtshausübernehmer sowie ein Direktdarlehen für Kleinstunternehmer vorsieht.

Einige Landtagsabgeordnete wie etwa Alessandro UrzÌ (L’Alto Adige nel cuore - Fratelli d’Italia und Sandro Repetto (Demokratische Partei - Bürgerlisten) unterstützten den Vorschlag zwar, bemängelten aber dass er auf den ländlichen Raum beschränkt sei. Auch in der Stadt seien kleine Gasthäuser und Läden in Schwierigkeiten, und auch hier sei eine Schließung ein Eingriff in das soziale Gefüge. Auch Brigitte Foppa (Grüne) würde die Stadtviertel in diesen Antrag mit einbeziehen.

Helmut Tauber zeigte Verständnis für die Situation in den Städten, wo die Betriebe fast täglich mit Protesten und Anzeigen konfrontiert seien. Die Verbände täten viel, um die kleinen Betriebe zu unterstützen, durch Initiativen, Beratung, Motivation der Mitarbeiter. Sein Antrag wolle jenen Betrieben helfen, die an der Schwelle zum Zusperren seien.

Das Gesamtproblem löse man damit nicht. Ihm schwebten kleine Summen vor, die gezielt eingesetzt würden. Einen Änderungsantrag zur Einbindung der Stadtviertel nahm Tauber nicht an.

Der Antrag wurde mit 20 Ja, 9 Nein und 3 Enthaltungen angenommen.

vs