„Der Generationswechsel ist auch und vor allem in der Landwirtschaft eine enorme Herausforderung“, so der Südtiroler Europaparlamentarier Herbert Dorfmann. In Brüssel konnte er eine Delegation der Südtiroler Bauernjugend, darunter den SBJ-Landesobmann Raffael Peer und die Landesleiterin Anna Knottner, begrüßen. „Unsere Bauernjugend ist schon seit den Anfängen Teil dieser Veranstaltung, hat in den letzten Jahren durch innovative Projekte immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt und dafür auch mehrmals Preise eingeheimst“, betonte Dorfmann.<BR /><BR />Als EVP-Landwirtschaftskoordinator im EU-Parlament und einer der Organisatoren des Kongresses hob Dorfmann hervor, dass es auch an der Politik liege, günstige Voraussetzungen für Hofübernahmen zu schaffen und zugleich Rahmenbedingungen bereitzustellen, die jungen Landwirten eine nachhaltige Zukunft ermöglichen. „Nur so kann der Einstieg in die Landwirtschaft für junge Leute attraktiv gestaltet werden“, sagte der EU-Parlamentarier, „und das ist wiederum fundamental für die Innovationskraft eines Sektors, der unsere Lebensmittelsicherheit auch langfristig garantieren muss.“<h3> Besorgniserregende Daten zur Altersstruktur in der Landwirtschaft</h3>An einem Runden Tisch zum Generationswechsel, an dem auch der neue EU-Agrarkommissar Christophe Hansen teilnahm, verwies Dorfmann auf Daten, die das Generationsproblem in der Landwirtschaft unterstreichen. Fast ein Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe in Europa wird von Über-65-Jährigen geführt, während Hofeigentümer unter 35 Jahren gerade einmal 5,6 Prozent ausmachen. „Dies zeigt deutlich, dass es einem essenziellen Sektor an Attraktivität mangelt“, so Dorfmann.<h3> Südtirol als Vorbild für eine zukunftsfähige Landwirtschaft</h3>Herbert Dorfmann wies jedoch darauf hin, dass es in Südtirol besser gelinge, junge Menschen für die Landwirtschaft zu begeistern. „Unser Beispiel zeigt, dass die Attraktivität der Landwirtschaft nicht an der Größe der Betriebe oder an der Höhe des Umsatzes liegt“, erklärte der EU-Parlamentarier. Zwar spielten diese Parameter eine Rolle, doch letztlich gehe es vor allem um einen funktionierenden ländlichen Raum, in dem Familien leben könnten und eine Zukunft hätten. „Das Erfolgsrezept liegt daher wohl in einer Kombination aus einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und der Qualität des ländlichen Raums, für die die Bauern natürlich maßgeblich Mitverantwortung tragen“, schloss Dorfmann.