Mittwoch, 15. November 2017

Dorfmann: „Schutz des Wolfes darf nicht absolut sein“

Wolf, Bär und die Bauern bestimmten diesen Sommer die Schlagzeilen in Südtirol. Am Mittwoch beschäftigte sich auch das EU-Parlament mit der Rückkehr des Wolfes in den Alpenraum. Der Südtiroler EU-Abgeordnete spricht von einem Meilenstein.

„Diese Abstimmung ist ein Meilenstein in der Debatte um den Wolf im Europäischen Parlament“, freut sich Herbert Dorfmann. - Foto: Herbert Dorfmann
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„Diese Abstimmung ist ein Meilenstein in der Debatte um den Wolf im Europäischen Parlament“, freut sich Herbert Dorfmann. - Foto: Herbert Dorfmann

Das Plenum des Europäischen Parlaments nahm am Mittwoch einen Entschließungsantrag zum Aktionsplan für Menschen, Natur und Wirtschaft an, in dem es auch um den Wolf geht, berichtet am der Südtiroler EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann. Er hatte den Entschließungsantrag als Berichterstatter der Europäischen Volkspartei federführend ausgearbeitet. Dorfmanns Ziel: Lokale Ebenen sollen mehr Kompetenzen im Wolfsmanagement erhalten.

Dorfmann: Schutz des Wolfes herabstufen

„Diese Abstimmung ist ein Meilenstein in der Debatte um den Wolf im Europäischen Parlament“, freute sich nach dem Votum der Parlamentarier EU-Mandatar Dorfmann. Zum ersten Mal habe eine Mehrheit der Abgeordneten anerkannt, dass der Schutz des Wolfes nicht absolut sein dürfe und die Entwicklung der ländlichen Räume, der lokalen Landwirtschaft und des Tourismus zumindest gleich wichtig seien.

Mittlerweile, so Dorfmann, gäbe es in den Alpen stabile Wolfpopulationen, deshalb fordert Dorfmann den Schutz des Wolfes herabzustufen und den lokalen Gegebenheiten anzupassen.

In Italien genießt Wolf absoluten Schutz

Herbert Dorfmann betonte auch, dass die Staaten bereits heute im Rahmen von Aktionsplänen die Wolfsbestände regulieren könnten, wenn sie zur Gefahr für den Menschen und für das biologische Gleichgewicht würden oder die Schäden in der Landwirtschaft nicht mehr tolerable Ausmaße annähmen.

In Italien sei es auch nach jahrelangen Debatten nicht gelungen, einen solchen Plan zu genehmigen, der Wolf genieße absoluten Schutz.  

„Der Rückkehr des Wolfes in den Alpenraum kann nicht einfach tatenlos zugeschaut werden. Es braucht die Zusammenarbeit aller politischen Ebenen, der EU, der Staaten und auch des Landes, um eine für alle akzeptable Lösung zu finden. Die heutige Abstimmung im Europäischen Parlament ist auf europäischer Ebene ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, hielt Herbert Dorfmann fest.

stol

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