Sonntag, 07. März 2021

Draghi beauftragt McKinsey mit Beratung für Wiederaufbauprogramm

Die Regierung um den neuen italienischen Premierminister Mario Draghi hat dem US-Unternehmensberater McKinsey einen Beratungsauftrag für den Entwurf des „Recovery Plan“, Italiens mit EU-Geldern finanziertes EU-Wiederaufbauprogramm, erteilt. Dabei geht es um Beratungstätigkeit für Investitionsprojekte und Reformen, die Italien mit den 209 Milliarden Euro aus Brüssel finanzieren will. Die Oppositionsparteien protestieren heftig gegen den Regierungsbeschluss.

Mario Draghi will Italien auf Vordermann bringen.
Mario Draghi will Italien auf Vordermann bringen. - Foto: © ANSA / CHIGI PALACE
Wie italienische Medien am Wochenende berichteten, soll sich Draghi zu der Beratung durch McKinsey entschlossen haben, weil die Zeit für den Entwurf des „Recovery Plan“ sehr knapp ist. Spätestens im April muss Rom Brüssel den Plan vorlegen, ansonsten läuft Italien Gefahr, die Finanzierungen der EU-Kommission nicht zu erhalten. Italien ist wegen der Regierungskrise im Jänner diesbezüglich in Verzug geraten.

Die Oppositionsparteien „Brüder Italiens“ (Fratelli d'Italia/Fdi) und Sinistra Italiana riefen Wirtschaftsminister Daniele Franco auf, dem Parlament über den Beratungsauftrag an McKinsey zu berichten. Sie warnten vor der Gefahr mangelnder Transparenz beim Entwurf des Plans, für den das Wirtschaftsministerium und nicht eine private US-amerikanische Firma zuständig sein sollte.

Wegen eines koalitionsinternen Streits um den „Recovery Plan“ war im Jänner die Regierung um Premier Giuseppe Conte gestürzt. Vor 3 Wochen wurde der parteiunabhängige Mario Draghi, Ex-Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), als Regierungschef eingesetzt.

apa