Dienstag, 07. September 2021

Draghi berät über Verschärfung der Restriktionen in Italien

6 Tage nach dem Inkrafttreten weiterer Corona-Beschränkungen in Italien plant die Regierung um Premier Mario Draghi einen stärkeren Einsatz des grünen Gesundheitspasses zum Nachweis von Covid-Impfungen.

Die Regierung Draghi berät über einen Erweiterten Einsatz des Grünen Passes in Italien.
Die Regierung Draghi berät über einen Erweiterten Einsatz des Grünen Passes in Italien. - Foto: © ANSA / Filippo Attili
Die Regierung beriet mit Gewerkschaften und Unternehmerverbänden über die Möglichkeit, den Grünen Pass auch von Beamten und Arbeitnehmern im Privatbereich zu verlangen. Ein Beschluss sollte nächste Woche ergriffen werden, berichteten italienische Medien.

Der Grüne Pass ist ein Zertifikat in digitaler Form oder in Papierform, das zeigt, ob jemand eine Covid-19-Impfung erhalten hat, negativ getestet wurde oder unlängst von der Krankheit genesen ist. Er wurde vergangene Woche auf Schulen und Universitäten ausgeweitet. Dadurch müssen zum Beispiel Lehrkräfte einen Corona-Impf-, Negativtest- oder Genesungsnachweis haben, um zum Präsenzunterricht kommen zu dürfen. Wer 5 Tage lang den Grünen Pass nicht vorweist, wird ohne Gehalt vom Dienst suspendiert. Italien hatte bereits im Mai einen Impfzwang für das Gesundheitspersonal eingeführt.
Die Südtiroler Landesregierung hat am Dienstag beschlossen den Grünen Pass in Südtirol künftig strenger kontrollieren zu wollen: „Wenn es immer noch Bereiche gibt, in denen nicht ausreichend kontrolliert wird, dann muss eben kontrolliert werden, dass kontrolliert wird“, betonte der Landeshauptmann.

Appell gegen den Grünen Pass in Schulen und Unis


300 Universitätsprofessoren unterzeichneten indes einen Appell gegen den Grünen Pass in Schulen und Universitäten. Sie beklagten „diskriminierende Aspekte“ in Zusammenhang mit dem Gesundheitspass, die mit der epidemiologischen Lage in Italien nicht gerechtfertigt seien. Universitäten seien „Orte der Integration“. Sie regten eine „ernsthafte und tiefgreifende Debatte über die Gefahren einer solchen Maßnahme“ an, heißt es in dem Text.

„Viele von uns haben sich aus freien Stücken für die Impfung gegen Covid-19 entschieden, weil sie von ihrer Sicherheit und Wirksamkeit überzeugt sind. Wir alle jedoch halten die Diskriminierung einer Minderheit für ungerecht und unrechtmäßig“, hieß es.

Impf- und Green-Pass-Gegner hatten in den vergangenen Tagen in Chatgruppen des Dienstes Telegram zu Protesten aufgerufen. In den Gruppen wurden auch immer wieder Kontaktdaten von Virologen, Ministerien und Organisationen geteilt mit dem Aufruf, diese mit Botschaften gegen den Grünen Pass zu überfluten. Zuletzt gab es in Italien landesweit heftige Proteste gegen die Corona-Politik.

apa/stol