Mittwoch, 24. März 2021

Draghi für Impfpass „ohne Diskriminierungen“

Der italienische Regierungschef Mario Draghi hat sich am Mittwoch für die Einführung des geplanten europäischen Impfpasses ausgesprochen.

Mario Draghi  spricht sich für den Impfpass aus.
Mario Draghi spricht sich für den Impfpass aus. - Foto: © ANSA / Riccardo Antimiani
„Dieses Ziel muss ohne Diskriminierung und unter Wahrung des Datenschutzes erreicht werden. Es handelt sich um ein komplexes Projekt“, so Draghi in einer Ansprache vor dem Senat in Rom vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Ziel sei es, den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Grünen Pass innerhalb von 3 Monaten einzuführen.

Geimpften, genesenen und getesteten EU-Bürgern solle das digitale europäische Impfzertifikat eine freie und sichere Bewegung ermöglichen. Draghi forderte, dass die Impfkampagne in Italien beschleunigt werden müsse. Ab der zweiten April-Hälfte soll eine halbe Million Menschen pro Tag geimpft werden, doppelt so viele wie derzeit.

„Wir arbeiten daran, um die Verspätungen dieser Monate zu kompensieren. Das müssen wir im Interesse der öffentlichen Gesundheit und der Wirtschaft tun“, sagte Draghi. Er kritisierte regionale Unterschiede bei der Impfkampagne in Italien. Verzögerungen in einigen Regionen seien unannehmbar.

Europa müsse bei der Produktion von Impfstoffen autonom werden. „Man spricht heute viel von strategischer Autonomie in Sachen Sicherheit, Verteidigung und gemeinsamem Markt. Strategische Autonomie muss heute in Sachen Impfstoffe erreicht werden“, so Draghi. Die „europäische Glaubwürdigkeit“ beim Impfen müsse gestärkt werden. Sein Wunsch sei, dass die internationale COVAX-Hilfsinitiative immer effizienter werde.

Draghi schloss nicht aus, dass nach Ostern die Maßnahmen gelockert werden könnten. Man müsse auch in den roten Regionen eine Rückkehr der Schüler in die Schulen planen, forderte der Regierungschef.

apa