Die geschäftsführende Präsidentin des Dreier-Landtags, Landtagspräsidentin Julia Unterberger, konnte unter den zahlreichen Ehrengästen auch Rosa Franzelin begrüßen, unter deren Vorsitz vor zwanzig Jahren der erste Dreierlandtag abgehalten wurde. Unterberger ließ die Geschichte dieser gemeinsamen Unternehmung Revue passieren und zog dabei den Schluss, dass sich in diesen Jahren doch viel getan hat, dass die Zusammenarbeit der drei Länder konkreter werden konnte.Der Tiroler Landtagspräsident Herwig van Staa ging in seinen Grußworten auf die neuen Möglichkeiten ein, die der Europäische Verbund Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) den drei Ländern bietet. Den Willen zur Zusammenarbeit hätten sie unter anderem bereits durch die Einrichtung einer gemeinsamen Vertretung in Brüssel bewiesen.In diesen Jahren habe sich vieles geändert, meinte der Trentiner Landtagspräsident Bruno Dorigatti, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit seien heute ungleich mehr.In Zeiten der Krise gebe es auch für die Europaregion neue Herausforderungen, wie etwa Arbeitslosigkeit, neue Armut oder Überalterung der Bevölkerung. In diesem Sinne müsse man auch die neue EVTZ andenken. Ernst Hagen, Vizepräsident des Vorarlberger Landtags, erläuterte die besondere Beziehung zwischen Vorarlberg und dem historischen Tirol. Vorarlberg habe nur mehr Beobachterstatus im Dreierlandtag, da es sich mehr an der Bodenseeregion orientiere. Gleichwohl sei man an guten Beziehungen interessiert. Hagen hob einen heute vorliegenden Antrag zur Atomenergie hervor, gegen die sich Vorarlberg bereits seit Jahren parteiübergreifend ausspreche.Landeshauptmann Luis Durnwalder hieß die Abgeordneten im südlichen Teil Tirols willkommen. In Mezzocorona habe man sich dazu entschlossen, der Zusammenarbeit eine rechtliche Grundlage zu geben, den EVTZ. Leider habe Rom die Frist für die Genehmigung gekommen, aber die Regierung habe schriftlich mitgeteilt, dass es keine größeren Schwierigkeiten gebe. Die EVTZ werde sicher keine Karteileiche, einige konkrete Vorhaben seien bereits auf dem Weg. Durnwalder nannte einige Beispiele für die Tätigkeit der EVTZ: Mobilität, alternative Energien, Sanitätsausbildung, Aufarbeitung der Geschichte, Lehrerausbildung u.a.m. Die Europaregion habe damit die Chance, als moderne Region in Europa eine wichtige Rolle zu spielen.