Mittwoch, 16. Oktober 2019

Dreierlandtag beendet: Wolf sorgt für Diskussionen

Bei der 13. gemeinsamen Sitzung der Landtage von Tirol, Südtirol und Trentino wurden insgesamt 18 Anträge behandelt und angenommen, 17 davon einstimmig. Keine Einstimmigkeit gab es in Sachen Wolf.

Keine Einstimmigkeit gab es was die Wolfs-Problematik betrifft.
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Keine Einstimmigkeit gab es was die Wolfs-Problematik betrifft. - Foto: © shutterstock

Der Dreierlandtag Tirol-Südtirol-Trentino hat am Mittwoch bei seiner Sitzung in Meran einen Antrag zu Wölfen in Almgebieten mehrheitlich angenommen, in dem die Entnahme von einzelnen, problematischen Tieren nicht mehr festgeschrieben war.

Ein Antrag zu „wolffreien Almgebieten“, der zuvor von Südtiroler Abgeordneten eingebracht wurde, war damit nicht mehrheitsfähig.

Stattdessen wurde ein gemeinschaftlich eingebrachter Abänderungsantrag vom Dreierlandtag abgesegnet. Dieser sieht präventive Maßnahmen vor, wie ein gemeinsames Monitoring und die Erstellung von Wolfsmanagementplänen.

Es wurde vereinbart, auf nationaler und europäischer Ebene „die Bewertung von zusammenhängenden Wolfspopulationen und deren Existenzsicherung nach ihrem natürlichen und länderübergreifenden Verbreitungsgebiet anzustreben“.

Darüber hinaus werden laut dem Antrag die „Almgebiete der Europaregion Tirol zum Schutz der alpinen Alm- und Viehwirtschaft als sensible Zonen“ eingestuft.

17 von 18 Anträgen einstimmig

Lediglich beim Thema Wolf war man sich somit nicht einig. Bei der 13. gemeinsamen Sitzung der Landtage von Tirol, Südtirol und Trentino wurden insgesamt 18 Anträge behandelt und angenommen, 17 davon einstimmig.

Die behandelten Themen betreffen eine Vielzahl von Bereichen: Neben dem Wolfsmanagement war es auch Transitverkehr, Ausbildung, Rettungswesen, Berglandwirtschaft, Forschung und Entwicklung und andere Themen, bei denen die drei Länder verstärkt zusammenarbeiten wollen.

„Der Dreier-Landtag ist zukunftsfähig“, erklärte Präsident Josef Noggler zum Abschluss der Sitzung.

Der Dreier-Landtag hat am Nachmittag folgende Beschlussanträge verabschiedet: Zum einen handelte es sich um gemeinsame Strategien bei Fachkräfteausbildung, das heißt um konkrete Maßnahmen zur Gestaltung der Arbeitsplätze im digitalen Zeitalter in der Europaregion Tirol.

Die drei Landtage haben sich auch mit Anerkennung von Studientiteln - von Universitäts-, Hoch- und Fachschulabschlüssen - befasst, sowie mit der Schaffung und Förderung eines Netzwerkes zwischen Oberschulen bzw. allgemeinbildenden und berufsbildenden höheren Schulen und Unternehmen der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino für die Durchführung von Praktika.

Auch eine Studie betreffend das Rollenbild der Frau in der Euregio soll künftig in Auftrag gegeben werden. Beschlossen wurde auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung und bei den Rettungsorganisationen und bei der Einrichtung hoch spezialisierter Krankenhausabteilungen. Einstimmig verabschiedet wurde auch der Beschlussantrag zur Schaffung einer Plattform für Forschungs- und Entwicklungsprojekte, sowie zur Förderung von Partnerschaften und trilateralen Kooperationsprojekten zwischen den Gemeinden der drei Länder.

Weiters wurde die Projektierung und Ausarbeitung von Gedenksteinen/Gedenksymbolen in der Euregio anlässlich der Befreiung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino vom Faschismus, welche sich 2020 zum 75. Male jährt, genehmigt.

Schließlich wurde ein Beschlussantrag zur autofreien Erreichbarkeit der Euregio genehmigt. Mit zwei Gegenstimmen wurde der Antrag zu wolffreien Almgebiete in der Europaregion Tirol befürwortet. Der Dreier-Landtag befasste sich auch mit einem Euregio Wetterradar-Verbund und mit der Absicherung und Stärkung der Berglandwirtschaft durch die Ausgestaltung der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union.

stol/apa