Freitag, 24. Juli 2020

Drogenherstellung im „industriellen Maßstab“ wird in der EU zur Umweltlast

Die illegale Herstellung synthetischer Drogen im „industriellen Maßstab“ wächst sich aus Sicht der EU-Kommission auch zum Umweltproblem aus. Jährlich würden tonnenweise chemische Abfälle illegal entsorgt, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Aktionsplan gegen Drogen in Europa.

Die EU entwickle sich immer mehr zum Exporteur von Suchtgiften, sagt die zuständige Kommissarin.
Die EU entwickle sich immer mehr zum Exporteur von Suchtgiften, sagt die zuständige Kommissarin. - Foto: © shutterstock
Bei der Herstellung von einem Kilogramm Amphetamine fielen bis zu 30 Kilogramm Abfälle an. Hinzu kämen Chemikalien aus der Herstellung von Vorprodukten.

Insgesamt entwickle sich Europa vom Kontinent der Drogennutzer zum Exporteur von Suchtgiften, sagte die für Sicherheit zuständige EU-Kommissarin Ylva Johansson. „Wir produzieren synthetische Drogen (...) im industriellen Maßstab in der Europäischen Union.“

Der Drogenhandel sei die wichtigste Geldquelle für die rund 5000 Verbrecherorganisationen in der EU, mit denen Korruption, Auftragsmorde und andere Straftaten finanziert würden. Die illegalen Umsätze werden auf 30 Milliarden Euro geschätzt. Allein 100 Tonnen Kokain seien im vergangenen Jahr beschlagnahmt worden, sagte Johansson.

Der neue Anti-Drogen-Plan soll helfen, die Bürger binnen 5 Jahren spürbar besser gegen die vielfältigen Gefahren des Drogengeschäfts zu schützen – von Gesundheitsrisiken, über Gewaltkriminalität, Korruption und Drogenmissbrauch in Gefängnissen bis hin zu den Umweltlasten. Die EU-Kommission kann dabei aber nur koordinieren. Sie stellte „strategische Prioritäten“ vor, an denen sich die EU-Staaten ausrichten sollen, darunter der verstärkte Kampf gegen Drogenkartelle, der Ausbau von Gesundheitsvorsorge sowie Therapieplätzen.

apa/dpa

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