Montag, 17. September 2018

Du hast die Wahl – das „Wahllokal“ hilft dir dabei

„Und jetzt?“, fragen sich viele Wähler vor den Landtagswahlen. Bei 14 Parteien und 421 Kandidaten, die in den Landtag gewählt werden wollen, kann die Wahl auch zur Qual werden. Das Online-„Wahllokal“, eine enge Kooperation zwischen STOL und Südtiroler Jugendring, soll jungen Wählern die Orientierung durch den Politdschungel erleichtern. Seit Montag kann sich jeder auf STOL durch die Landespolitik klicken, um am Ende zu wissen: Diese Partei passt zu mir. Oder eben nicht.

Illustration: "Dolomiten"-Infografik
Illustration: "Dolomiten"-Infografik

„Soll sich Südtirol in ein landwirtschaftlich pestizidfreies Land entwickeln?“, so lautet eine der 25 Fragen, die auf dem Online-„Wahllokal“, eine enge Kooperation zwischen STOL und Südtiroler Jugendring, aufgelistet sind.

Die Antworten der 11 von 14 Parteien, die den Fragebogen beantwortet haben, sollen Jung- und Erstwählern dabei helfen, sich einen Eindruck über die Standpunkte der einzelnen Parteien zu machen. Und welche Partei mit den eigenen Standpunkten am besten übereinstimmt.

Hofer: Orientierungshilfe für junge Menschen

„Uns ist es wichtig, dass junge Menschen eine Möglichkeit haben, sich vor Wahlen zu orientieren“, erklärt Kevin Hofer, Geschäftsführer des Südtiroler Jugendrings. Mittlerweile biete man diese Hilfestellung zum dritten Mal vor Landtagswahlen an.

Grundlage des Online-„Wahllokals“ bilden 70 Fragen, die ein wissenschaftlicher Beirat aus Journalisten, Politologen und Sozialwissenschaftlern erarbeitet haben. Die Themen reichen von der Südtirol-Autonomie, über Familienpolitik bis zu Fragen der Sicherheit.

Aufgabe der Parteien war es, die Fragen ihren politischen Überzeugungen folgend zu beantworten. Zum Beispiel: „Soll Südtirol den Aufbau einer Landespolizei anstreben?“ Antworten konnten die Parteien darauf mit „Ja“oder „Nein“. Zusätzlich dazu konnten sie der Frage eine Bedeutung beimessen: unwichtig, wichtig, sehr wichtig.

Pallaver: Parteien unterscheiden sich durchaus

11 der 14 Parteien beantworteten die 70 Fragen. Auf Grundlage ihrer Antworten entschied sich der wissenschaftliche Beirat für 25 endgültige Fragen bzw. deren Beantwortung, die im Online-„Wahllokal“ aufscheinen. Günther Pallaver, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Innsbruck und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates, erklärte: „Es gibt viele Fragen, bei denen sich die Parteien unterscheiden. Bei manchen unterschieden sie sich eben nicht. Wenn wir die Unterschiede hervorheben wollen, können wir allerdings keine Fragen stellen, die keine Streuung haben“.

Laut Kevin Hofer gehört genau das zu den Herausforderungen des Online-„Wahllokals“: „Wir müssen Fragen finden, die polarisieren, um die Unterschiede zwischen den Parteien herauszufiltern. Das ist ein Knackpunkt des ganzen Prozesses. Die Antworten von den Parteien einzuholen ist auch eine Herausforderung.“

Seit Montag online

Die Ergebnisse dieser Arbeit sind seit dem heutigen Montag auch auf stol.it einsehbar – das Wahllokal ist online. Wer sich durch die 25 Fragen klickt, sieht am Ende, welche Partei mit den eigenen Standpunkten am besten übereinstimmt: Überraschungen sind nicht ausgeschlossen.

Das Online-„Wahllokal“ ist allerdings nicht als Wahlempfehlung zu verstehen, sondern dient als Informationsangebot.

stol/aw

stol