„Es ist eine massive Aufwertung des praktischen Berufs“, meint Bildungslandesrat Philipp Achammer. „Der Durchbruch ist geschafft.“<BR /><BR />Auch lvh-Vizepräsident Hannes Mussak zeigt sich über die EQR-6-Einstufung erfreut: „Für die Ausbildung im Handwerk ist dies ein weiterer großer Meilenstein. Es steigert ihren Wert und die Anerkennung für jene, die diesen Weg gehen und in ihre berufliche Ausbildung weiter investieren. Das soll auch weitere Talente ermutigen, die Meisterausbildung anzugehen“, meint Mussak. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69226265_quote" /><BR /><BR />„Damit entspricht der Meistertitel vom Niveau her in Wertigkeit und Einstufung dem Bachelor – auch wenn es von der Definition her kein Bachelor ist“, erklärt Achammer. <BR /><BR />Die Zuordnung der Titel nehmen die EU-Mitgliedstaaten vor. „Länder wie Deutschland und Österreich haben schon vor Jahren beschlossen, dass der Meisterbrief EQR 6 entspricht“, sagt Achammer. Und auch die Südtiroler Landesregierung habe schon 2018 mit einem Beschluss festgelegt, dass der Meister- und Handelsfachwirtetitel dem Niveau 6 des Nationalen Qualifikationsrahmens (NQR) zugeordnet werden soll – auf Südtiroler Gebiet. „Dieser Beschluss hatte damals eher symbolische Wirkung“, meint der Landesrat rückblickend. <h3> Rom heißt Zuordnung gut</h3>Ein entsprechender Antrag an Rom wurde 2018 gestellt. Die zuständige Sektion des Arbeitsministeriums sollte darüber entscheiden. Zunächst müsse der Meisterbrief dem NQR – dem Nationalen Qualifikationsrahmen – zugeordnet werden, und dann folge die Zuordnung für den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR), erklärt Achammer. Jetzt – nach vielen Jahren der Bemühungen und vielen Gesprächen mit Ministern – habe Rom diese Zuordnung endlich gutgeheißen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69226269_quote" /><BR /><BR />Wenn ein Meister aus Südtirol nun international unterwegs ist, könne er den EQR 6 vorweisen. „Einzelnen Meistern aus Südtirol ist es bereits in der Vergangenheit gelungen, einen Hochschulzugang in Deutschland zu erhalten“, berichtet der Landesrat. Nun werde dies für die Zukunft erleichtert. So könnte zum Beispiel ein Elektrotechnik-Meister dann auch ein Ingenieursstudium beginnen. <BR /><BR /><BR />Am Dienstag werde sich die Landesregierung mit der Materie befassen. Mit dieser Zuordnung soll ein Meister, der im öffentlichen Dienst arbeitet, dann auch einen anderen Zugang bei den Funktionsebenen erhalten, sprich auch ein höheres Gehalt in der Verwaltung bekommen – da sei er in Kontakt mit Personallandesrätin Magdalena Amhof. Und: „Wir hätten gerne, dass ein Meister zumindest in Südtirol wenigstens in bereichsspezifischen Studien einen Hochschulzugang erhält – auch wenn er nicht die Matura haben sollte“, kündigt Achammer an. „Die Uni Bozen ist dafür. Warum sollte ein Tischlermeister nicht Design an der Uni Bozen studieren können? In trockenen Tüchern ist das aber noch nicht“, erklärt Achammer. Auf römischer Ebene habe er solche Themen bereits mehrmals vorgebracht, nun werde man einen weiteren Versuch starten.