Sonntag, 09. Mai 2021

58 Tote bei Explosionen nahe Schule in Kabul

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist die Zahl der Toten nach einem Anschlag mit einer Autobombe auf 58 gestiegen. Mehr als 150 Menschen wurden dabei verletzt. Bei einem Großteil der Toten und zahlreichen Verletzten handle es sich um Schüler, sagte ein hochrangiger Beamter des Innenministeriums der Agentur Reuters. Der Anschlag wurde mit einer Autobombe und mit Granatwerfern ausgeführt.

Große Trauer bei Angehörigen nach tödlichem Anschlag in Kabul.
Große Trauer bei Angehörigen nach tödlichem Anschlag in Kabul. - Foto: © APA/AFP / ZAKERIA HASHIMI
Ein Augenzeuge erzählte, ein Auto sei vor dem Eingang der Schule explodiert. Bis auf 7 oder 8 handle es sich bei den Opfern um Schülerinnen, die nach Unterrichtsschluss nach Hause gehen wollten. Präsident Ashraf Ghani machte die radikalislamischen Taliban für den Anschlag verantwortlich. Der Sprecher der Gruppierung wies dies zurück und verurteilte den Angriff auf die Schule. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Anschlag.

„Dieser unverzeihliche Angriff auf Kinder mit bei vielen Ermordeten, ist ein Angriff auf die Zukunft Afghanistans, der nicht hingenommen werden kann“, schrieb der diplomatische Vertreter der USA in Afghanistan, Ross Wilson.

In dem Stadtteil, in dem sich der Anschlag ereignete und der vor allem von schiitischen Hazara bewohnt wird, fanden in der Vergangenheit immer wieder schwere Angriffe auf zivile Einrichtungen wie Bildungszentren oder etwa Sportclubs statt. Viele davon reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich. Sunnitische Extremisten wie die Mitglieder der IS-Terrormiliz bekämpfen Schiiten als Abtrünnige.

Die dpa berichtete von mindestens 33 Toten und Dutzenden Verletzten. Das US-Außenministerium forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Die Vereinigten Staaten verurteilten den „barbarischen Angriff“, hieß es in einer Mitteilung. „Wir fordern ein sofortiges Ende der Gewalt und der sinnlosen Angriffe auf unschuldige Zivilisten.“ Washington betonte, man werde das afghanische Volk weiterhin unterstützen und mit ihm zusammenarbeiten, damit die Errungenschaften der letzten 2 Jahrzehnte nicht zunichtegemacht werden.

In Afghanistan reißt die Gewalt seit dem Beginn des Abzugs der internationalen Truppen nicht ab. Die Taliban gehen massiv gegen das Militär und die Regierung im Kabul vor.

apa