Wie gesundheitsgefährdend sind aber E-Zigaretten? Sind sie weniger schädlich als die traditionellen, bei denen der Tabak verbrannt wird?<BR /><BR />E-Zigaretten sollen mit dem Omnibus-Gesetz in allen geschlossenen Räumen und offenen Bereichen von Kindergärten, Schulen und Einrichtungen für Jugendliche verboten werden. Die SVP-Fraktion hat sich gestern mit dem Gesetzentwurf befasst – dieser Entwurf muss aber erst vom Landtag genehmigt werden. <h3> Primarin Dr. Meraner betont: Nikotin ist ein Zellgift</h3>Die geschäftsführende Primarin des Dienstes für Abhängigkeitserkrankungen, Dr. Bettina Meraner, weist darauf hin, dass das Konsumieren von E-Zigaretten gleich häufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führe wie traditionelle Zigaretten, bei denen der Tabak verbrannt werde. Nikotin sei ein Zellgift und es erschwere die Sauerstoffaufnahme in den Zellen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1023312_image" /></div> <BR /><BR />„Das größte Risiko, das man beim Rauchen hat, sind Erkrankungen der Herzkranzgefäße“, sagt Dr. Meraner. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steige. Sogar wer wenig rauche, habe ein stark erhöhtes Risiko. Bei den E-Zigaretten seien zudem auch die Trägerstoffe der Liquids ein Problem, denn in diesen sei oft Alkohol enthalten. „Man inhaliert damit Alkohol, dies schädigt die Bronchien und verursacht Entzündungen und Reizungen“, erklärt die Primarin. Die Aromastoffe könnten krebserregend sein. Wenn Jugendliche rauchen, sei dies besonders problematisch, weil sie schneller abhängig würden als Erwachsene. <BR />Dr. Meraner hält das Verbot an Schulen und Kindergärten auch deshalb für besonders wichtig wegen der Vorbildfunktion. Vor Kindern und Jugendlichen sollte man nicht rauchen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1023315_image" /></div> <BR />Der Direktor des Pneumologischen Dienstes im Sanitätsbetrieb, Dr. Antonio Triani, gibt zu bedenken, dass E-Zigaretten nicht nur für die Atemwege, sondern auch für die Verdauungsorgane schädlich seien – besonders für die Bauchspeicheldrüse. Die Gefahr der Abhängigkeit bleibe auch bei der E-Zigarette. „E-Zigaretten sind kein Spielzeug“, betont Dr. Triani.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1023318_image" /></div> <BR />Für den Direktor des Forum Prävention, Peter Koler, stellt sich die Frage, was denn alles unter dieses Verbot im Omnibus-Gesetz fallen wird. „Was ist beispielsweise mit den Tabakbeuteln, die unter der Oberlippe platziert werden? Das sind keine Zigaretten. Das ist eine andere Konsumform, man raucht es nicht, sondern man nimmt es über die Schleimhäute auf“, sagt Koler. Das neue Verbot sei eine Reaktion auf die Entwicklung in der Tabakindustrie, die versuche, mit neuen Produkten neue Konsumentenschichten, auch junge, zu ködern. Man müsse aber auch daran denken, welche guten Alternativen Schülern und Lehrern geboten werden können, die von Nikotin abhängig seien und nicht stundenlang ohne Nikotin sein könnten, meint Koler.<BR /><BR />