Montag, 13. Dezember 2021

Ehemaliger Südtirol-Aktivist Karl Außerer gestorben

Der frühere Südtiroler Aktivist Karl Außerer, der seit den 1960er-Jahren auf der Flucht war und seither in Österreich lebte, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Außerer verstarb bereits am 1. Dezember, wie der Südtiroler Heimatbund am Montag mitteilte. Die Organisation ließ einen Kranz an seinem Grab in Innsbruck niederlegen, hieß es.

Karl Außerer starb am 1. Dezember im Alter von 88 Jahren.
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Karl Außerer starb am 1. Dezember im Alter von 88 Jahren. - Foto: © bl
Der Schreiner zählte zu den Gründern der Untergrundbewegung „Ein Tirol“, die für die meisten der 46 Bombenanschläge in Südtirol zwischen April 1986 und Oktober 1988 verantwortlich sein soll. Wie der Heimatbund betonte, wurden die Anschläge der 1980er Jahre von „Kriminellen durchgeführt, die vom italienischen Geheimdienst gesteuert wurden, um die Freiheitskämpfer zu diskreditieren“, wie es bei Außerer der Fall gewesen sei, der auch von seinen ehemaligen Kameraden isoliert wurde. „Das hat ihn schwer belastet“, schrieb der Heimatbund.

Zuvor war Außerer in Italien in Abwesenheit wegen Bombenanschlägen in den 1960er Jahren zu 24 Jahren Haft verurteilt worden. In Österreich wurde Außerer 1989 wegen „Vorbereitung eines Verbrechens mit Sprengstoffen“ zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt und 1992 wegen guter Führung um ein Drittel seiner Strafe entlastet.

apa