Die Ehrenzeichen werden traditionell am 20. Februar in Innsbruck überreicht, dem Todestag Andreas Hofers. Das Land Tirol zeichnet damit jährlich 12 Persönlichkeiten aus für ihr „hervorragendes öffentliches und privates Wirken zum Wohle des Landes Tirol“.<BR />Bei den drei Geehrten aus Südtirol handelt es sich um den diözesanen Familienseelsorger <b>Toni Fiung</b>, um Universitätspräsidentin <b>Ulrike Tappeiner</b> und den Künstler <b>Gotthard Bonell</b>.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1270101_image" /></div> <BR />„Mein Ziel war es immer, bei den Menschen zu sein und bei ihren Bedürfnissen – ihnen Stütze zu sein im christlichen Glauben, der sehr schöne tragende Werte hat, mit denen man ein gutes Leben führen kann“, resümiert <b>Toni Fiung</b>. Er ist seit 1998 diözesaner Familienseelsorger, weiters Ehe-, Familien- und Lebensberater sowie seit 2005 geistlicher Leiter des Bildungszentrums „Haus der Familie“. Fiung stammt aus Zwischenwasser (Enneberg), hat im Vinzentinum in Brixen die Mittel- und Oberschule besucht und wollte dann eigentlich Wirtschaft studieren. „Ich war bereits in Innsbruck für das Wirtschaftsstudium inskribiert“, erzählt Fiung. Dann habe er umgesattelt auf Theologie. „Das Wirtschaftsstudium erschien mir zu trocken und zu verkopft. Es war dann ein langer Prozess bis ich den Schritt gewagt habe, Priester zu werden.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1270104_image" /></div> <BR /><BR /><b>Univ.-Prof. Ulrike Tappeiner</b> ist seit 2018 Präsidentin der Uni Bozen, seit 1995 leitet sie das Institut für Alpine Umwelt der Eurac, weiters ist sie Professorin an der Universität Innsbruck. Die 67-Jährige stammt aus Montan und studierte an der Universität Innsbruck Biologie und Informatik. „Damals habe ich noch mit Lochkarten programmiert. Das kennt heute niemand mehr“, erinnert sich die Uni-Präsidentin mit einem Schmunzeln. „Eigentlich wollte ich nach dem Abschluss des Studiums eine Computer-Firma gründen, habe dann aber ein Angebot für eine Assistentinnen-Stelle an der Uni Innsbruck bekommen und mich nach reiflicher Überlegung dafür entschieden, weil ich sehr gerne Forscherin bin.“ In Jugendjahren habe sie nicht unbedingt Wissenschaftlerin werden wollen. „Aber ein neugieriger Mensch bin ich immer gewesen, und Neugierde ist das, was jeden Wissenschaftler auszeichnet“, meint Tappeiner.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1270107_image" /></div> <BR /><BR /><b>Gotthard Bonell</b> ist Maler, Zeichner, Radierer und Sänger. Er porträtierte Papst Benedikt XVI., mehrere Landeshauptleute und über 30 Kleriker. „Immer hat mich der Mensch interessiert, das Gespräch mit dem Menschen. Deshalb weigerte ich mich, nur mit Fotos zu arbeiten, sondern habe immer den direkten Kontakt zum Menschen gebraucht“, erzählt der 73-jährige Trudner. „Ich habe den Menschen vor mir haben und mit ihm reden, ihn kennenlernen müssen. Man malt immer einen Dialog zwischen zwei Menschen in einem Porträt. Auch ich fließe in jedes Porträt ein.“ Mit den Porträtierten habe er immer wieder Schwierigkeiten bekommen, weil er keine Zugeständnisse gemacht habe. Manche seiner Porträts seien später von den Porträtierten übermalt oder sogar geschminkt worden. Stets ist Bonell seinen eigenen Weg gegangen und diesem treu geblieben: „Ich war immer ein figurativer Künstler, in einer Zeit, in der es die figurative Malerei nicht mehr geben durfte. An der Akademie in Mailand und in Venedig sagte man mir: Wunderbar, zeichnen kannst du, aber das macht man nicht mehr – die Malerei gibt es nicht mehr. Zum Glück habe ich durchgehalten. Einige Jahrzehnte später war die Malerei wieder absolut ‚in’“, blickt Bonell mit Genugtuung zurück.