Samstag, 27. November 2021

Ein Appell an alle, die wir jetzt schlicht und einfach brauchen

„Je weniger Platz für das Virus bleibt, desto schneller wird es verschwinden. Und je mehr wir ihm Freiraum zugestehen, um so mehr Zeit hat es, uns mit weiteren Varianten zu überfallen.“ Ein Kommentar von „Dolomiten“-Chef vom Dienst Martin Lercher.

„Früher oder später wird jede und jeder mit dem Erreger Bekanntschaft machen. Wie das leider ausgehen kann, ist in den Spitälern zu sehen.“ - Foto: © APA/dpa-Zentralbild / Jens Büttner


Zuerst ein Gruß an alle, die meinen, dass Bill Gates mein Gehalt überweist, dieses Medium für eine Panik-Kampagne vom Staat seit Monaten Millionenbeträge erhält, bei der Impfung ein Chip unter die Haut gesetzt wird oder sowieso das Massensterben aller Geimpften bevorsteht (wurde übrigens schon für September vorhergesagt). Meine Bitte: Glaubt doch, was ihr wollt! Aber erklärt uns bitte nicht, dass ihr mit diesem Glauben den Berg der Pandemie versetzen werdet. Wer völlig an der Realität vorbeischwirrt, wird auf dem Boden der Welt nicht einmal ein Sandkörnchen hin zum Besseren bewegen.


Je weniger Platz für das Virus bleibt, desto schneller wird es verschwinden. Und je mehr wir ihm Freiraum zugestehen, um so mehr Zeit hat es, uns mit weiteren Varianten zu überfallen.
Martin Lercher


Aber an viele andere im Land geht der Aufruf: Ihr könnt etwas verändern und allen helfen, und wir brauchen euch! Ja, euch, die ihr noch hin- und herüberlegt, ob ihr euch nun impfen lassen wollt oder nicht. Vielleicht weil ihr meint, das Virus werde euch sowieso nie treffen, und wenn doch nur ganz leicht streifen. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, denn früher oder später wird jede und jeder mit dem Erreger Bekanntschaft machen. Wie das leider ausgehen kann, ist in den Spitälern zu sehen.


Viele lassen sich wegen möglicher Nebenwirkungen nicht impfen. Dabei ist das ganze Leben voller Risiken und Nebenwirkungen: von der Luft über das Essen bis zum Aspirin, das ich gegen Kopfschmerzen mal so runterschlucke. Und bei diesem Alltag voller Nebenwirkungen ist viel Riskanteres dabei als eine Impfung, die inzwischen millionenfach erprobt ist!

Warum also nicht doch noch impfen lassen? Vor allem, weil diese wenigen Prozente, die uns bei der Impfung noch fehlen, das kleine Loch in der Wand stopfen, durch das uns das Virus immer wieder hereinschlüpfen wird! Ja, leider stecken sich auch Geimpfte an, leider geben sie die Krankheit weiter. Aber je weniger impffreier Platz für das Virus bleibt, desto schneller wird es verschwinden. Und je mehr wir ihm Freiraum zugestehen, um so mehr Zeit hat es, uns mit weiteren Varianten zu überfallen – wie jetzt aus Südafrika.

Also noch einmal: Wir brauchen euch – ihr, die ihr jetzt noch überlegt, zögert, hinausschiebt, vielleicht denen zuhört, die an der Realität vorbeischwafeln! Klar vermittelt der Staat im Moment kein solches „Wir brauchen euch!“ Die 2G-Regel klingt eher nach: „Wir zwingen euch!“ Irgendwann werdet ihr schon einknicken, wenn ihr ausgesperrt werdet wie Vierbeiner, die „leider draußen bleiben müssen“ (was heutzutage ohnehin immer seltener der Fall ist, so nebenbei bemerkt).

Der preisgekrönte Autor Jared Diamonds hat vor Jahren im Buch „Kollaps“ untersucht, warum Völker wie die Maya untergingen. Klimaveränderungen und überlegene Feinde spielen dabei eine Rolle. Aber der entscheidende Faktor, der über Gedeih und Verderb entschied, war, wie die Gesellschaft mit Problemen umgeht. Und das klappt nur gemeinsam – oder gar nicht. Also macht mit!

stol

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