Viele alte Stereotype über die Bayern und ihr Land halten sich hartnäckig. Dass es im Freistaat aber weit mehr als Lederhosen, Biere und Oktoberfest gibt, scheinen Kritiker hartnäckig zu ignorieren. von Florian Stumfall<BR /><BR /><BR />Dabei soll zwar niemand dem Bier und der Tracht Wert und Lebensrecht absprechen, aber es gibt im weiß-blauen Freistaat noch mehr. So steht beispielsweise eine gute halbe Stunde westlich von München in Oberpfaffenhofen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), und dort hat dieser Tage Ministerpräsident Söder zusammen mit dem Generaldirektor der Europäischen Raumfahrt-Behörde ESA, dem Tiroler Josef Aschbacher, und mit dem Vorstandmitglied DLR Bereich Raumfahrt, Pagels-Kerp, eine Absichtserklärung unterzeichnet. <BR /><BR /><BR />Darin ist festgehalten, dass in Oberpfaffenhofen zunächst binnen der kommenden 3 Jahre ein Mond-Kontrollzentrum gebaut werden solle, der „Lunar Gateway“. Einige Zeit nach der Fertigstellung wird die Raum-Station in eine Umlaufbahn um den Mond gebracht. Von dort können dann fallweise Astronauten in einer Kapsel für ein paar Tage auf den Erdtrabanten und wieder zurück fliegen. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll dieser Plan Wirklichkeit werden.<BR /><BR /><BR />Warum aber Oberpfaffenhofen? Wenn auch selten etwas davon an die Öffentlichkeit dringt, so ist doch das Zentrum eine erste Adresse innerhalb der europäischen Raumfahrt. Hier sind nicht nur alle Voraussetzungen für den Bau der Station, sondern auch dafür gegeben, später den laufenden Betrieb zu koordinieren, zu lenken und zu kontrollieren. <BR /><BR /><BR />Ein bayerisches Houston, wie Söder zu scherzen beliebte. Das DLR hat heute schon 2000 Mitarbeiter in 13 wissenschaftlichen Einrichtungen und ist damit eines der größten Forschungszentren in Deutschland. Man beteiligt sich an Weltraum-Missionen, entwickelt neue Technologien und betreibt internationale Zusammenarbeit, so mit ESA und NASA. Die Vereinbarung mit der ESA sieht auch das finanzielle Reglement des Projekts vor. Bayern investiert für das Mond-Kontrollzentrum 33 Millionen Euro, für die langfristigen laufenden Kosten steht die ESA grade.<BR /><BR /><BR />Vor nicht allzu langer Zeit hatte Söder angekündigt, Bayern werde sich vermehrt in der Raumfahrt engagieren. Das hat ihm lauten Spott von Rot und Grün eingebracht, die mit dieser Materie ohnehin nichts anfangen können. Doch man sieht: Von einer Sache nichts zu verstehen, befähigt noch nicht zu sachlicher Kritik. <BR /><BR />