Jahrelang war Südtirol in den verschiedensten Ranglisten auf den vorderen Plätzen zu finden – vor allem im Vergleich mit anderen Provinzen in Italien. Mit den Bundesländern in Österreich oder Deutschland haben wir uns hingegen nie so gern verglichen. Man will ja ungern zugeben, dass man schlechter dasteht als manche Nachbarn im Norden. <BR /><BR />Doch nun ist Südtirol auch im Kräftemessen mit den anderen Provinzen in Italien abgerutscht. Und zwar deutlich: In einer aktuellen Studie, die von der Tageszeitung „Avvenire“ in Auftrag gegeben wurde, ist Südtirol in punkto Lebensqualität vom ersten Rang auf die Position 10 abgerutscht. Eine ordentliche Klatsche für uns erfolgsverwöhnte und zum Teil auch überhebliche Südtiroler. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66916151_quote" /><BR /><BR />Was haben wir uns stets damit gerühmt, dass wir immer und überall die Besten sind. Und wie haben wir abschätzig auf unsere Nachbarn im Süden geblickt, weil sie uns nicht das Wasser reichen konnten. Doch wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, der muss eben damit rechnen, dass es irgendwann bergab geht. <BR /><BR />Die steigende Kriminalität, die wirtschaftliche Entwicklung, die sozialen Aspekte: All diese Faktoren werden in der Studie angeführt, warum Südtirol in punkto Lebensqualität derart zurückgefallen ist. Besonders hervorgehoben werden aber: „Rekordverdächtige Wohnpreise und die sehr hohen Lebenshaltungskosten“.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66916152_quote" /><BR /><BR />Nein, wir dürfen uns nicht wundern, wenn es in Südtirol mehr Armut gibt. Wenn sich immer mehr Südtiroler schwertun, mit ihrem Gehalt bis ans Ende des Monats zu kommen. Wenn viele junge Südtiroler nach ihrem Studium nicht wieder in ihre Heimat zurückkommen. Und wenn viele Südtiroler unzufrieden sind und sogenannte Protestparteien oder Rechtsaußen-Parteien wählen. <BR /><BR />Die Südtiroler sind fleißige Leute. Die Südtiroler scheuen die Arbeit nicht. Aber sie wollen leistungsgerecht bezahlt werden. Und das ist ihr gutes Recht. Wenn man sich aber die Schere zwischen einem Durchschnittslohn und den horrenden Lebenshaltungskosten in Südtirol anschaut, dann muss man sich wundern, dass so viele Südtiroler überhaupt noch über die Runden kommen. <BR /><BR />Zudem fühlen sich viele Südtiroler nicht mehr sicher. Nicht im Freien in der Nacht und auch nicht in ihrem Zuhause. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66916153_quote" /><BR /><BR />Südtirol darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Wir müssen uns auf die Hinterfüße stellen, wollen wir wieder zu den Besten gehören. Wahrscheinlich tut uns dieser Dämpfer sogar gut. Damit wir endlich einsehen, dass wir den Fokus auf uns selbst richten sollten. Und nicht abschätzig auf andere Provinzen schauen sollten.<BR /><BR /> <a href="mailto:arnold.sorg@athesia.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">arnold.sorg@athesia.it</a>