Donnerstag, 28. Mai 2020

„Ein großer Dank an die Bevölkerung“

In der vorerst letzten virtuellen Landesmedienkonferenz ging es am Donnerstag um einen Rück- und Ausblick zur Coronazeit. Anwesend waren Landeshauptmann Arno Kompatscher und Sanitätslandesrat Thomas Widmann. Beide bedankten sich in besonderer Weise bei der Bevölkerung für die Disziplin und die Mitarbeit in dieser schwierigen Zeit.

Widmann und Kompatscher auf der vorläufig letzten virtuellen Medienkonferenz am Donnerstag.
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Widmann und Kompatscher auf der vorläufig letzten virtuellen Medienkonferenz am Donnerstag. - Foto: © lpa
Nach der heutigen, 41. Ausgabe wird die Landesmedienkonferenz nvorerst ausgesetzt und findet nun nur noch bei Kommunikationsbedarf statt.

Rückblick und Ausblick

Landeshauptmann Arno Kompatscher ging zunächst auf die Anfänge und den Verlauf der Kurve ein. Südtirol war das erste Land, das aufgrund der ersten beunruhigenden Corona-Meldungen die Skigebiete geschlossen hat und damit laut LH langfristig gesehen richtig entschieden hat. Auch mit den getroffenen Maßnahmen war Südtirol erfolgreich. Gemeinsam sei es gelungen, die Kurve zu drücken. Der Landeshauptmann bedankte sich bei allen Menschen, die dazu beigetragen haben. Ein besonderer Dank ging an die Südtiroler Bevölkerung, die die Situation ernst genommen haben und die Regeln – obwohl es schwer fiel- für das Gemeinwohl befolgt haben.

„Es ist nicht vorbei“

Was Landeshauptmann Kompatscher aber auch klarstellt: Die Pandemie ist nicht vorbei. Es wurde vieles geöffnet, und gerade deshalb sind bestimmte Grundregeln weiterhin unbedingt einzuhalten, um eine 2. Welle und eine erneuten Lockdown zu verhindern, so Kompatscher. Er bitte die Bevölkerung weiterhin, stark auf Hygiene zu achten und sich an die Mundschutzregel zu halten.

Anschließend übergab Kompatscher das Wort an Gesundheitslandesrat Thomas Widmann. Er erläuterte kurz die Vorkommnisse in der Phase 1.

Am 24. Februar gab es den ersten Infektionsfall in Südtirol, also vor mehr als 3 Monaten. Ab Anfang März stiegen die Fälle rapide an. Die Zukunft war damals mehr als ungewiss. Am 29. März dann gab es die höchste Anzahl von Neuinfizierten an einem Tag, es waren 123 Personen. Am 30. März hatte der Sanitätsbetrieb keine freien Intensivbetten mehr. Die Angst, nicht mehr bestehen zu können, war groß. Umso mehr war Südtirol auf andere Länder angewiesen, die Intensivpatienten aufgenommen haben. „Am Zusammenbruch des Gesundheitssystems schlitterten wir haarscharf vorbei“, so Widmann.

Was die Anzahl der durchgeführten Tests in Relation zur Gesamtbevölkerung angeht, war Südtirol laut Widmann mit Abstand Spitzenreiter in Italien. Und auch jetzt in Phase 2 sollen weitere Tests durchgeführt werden, was sehr wichtig ist, um Infektionsherde schnell zu identifizieren.

Welche Schritte sind jetzt geplant

Es wird weiter massiv getestet werden, um Infektionsherde schnell erkennen zu können. Und auch die Rückverfolgbarkeit ist sehr wichtig. Denn wenn es jetzt einen Infizierten gibt, hat sich dieser vor etwa 14 Tagen angesteckt. Dann ist es wichtig, herauszufinden, mit wem diese Person Kontakt hatte und wo er war, um dann diese Menschen ebenfalls zu testen und gegebenenfalls zu isolieren.

Als drittes wichtiges Instrument nennt Widmann die Expertenkommission, die aus internationalen anerkannten Experten besteht, die die Situation aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachtet und dokumentiert und die Politik mit ihren Expertisen unterstützt.

Auch Widmann bedankte sich abschließend bei allen Südtirolern, die sich in der schlimmsten Krise vorbildhaft verhalten haben und bittet sie, sich weiter an die Regeln zu halten. Denn: „Ein 2. Lockdown wäre verheerend.“


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