Der neue britische König Charles III. hat in der Vergangenheit bewiesen, dass ihm daran gelegen ist, dass der Ärmelkanal nicht noch breiter, sondern wieder schmäler wird. <BR /><BR /><BR />Unvergessen ist der Anblick, wie die Queen im Vorfeld des unglückseligen Brexit-Referendums zwar die von der Regierung verfasste Thronrede vorschriftsmäßig vortrug, dabei aber einen blauen Hut mit blau-gelben Blumen trug, der an die Europafahne erinnerte.<BR /><BR />Ihr ältester Sohn Charles machte schon Jahrzehnte vor dem Brexit niemals ein Geheimnis aus seinem tief verwurzelten Europäertum. Er besuchte nicht nur die Europäischen Institutionen, sondern ging auch demonstrativ zur Europawahl, was großes Aufsehen erregte. Mitglieder des Königshauses dürfen nämlich an keiner der britischen Wahlen, von der Gemeinde bis zum Unterhaus, teilnehmen, sodass ihr Anblick in einem Europawahllokal als Sensation empfunden wurde. <h3> Begeisterung für Europas Kultur</h3>Ich hatte selbst einmal Gelegenheit, mit dem damaligen Prince of Wales konkret zusammenzuarbeiten, als – zumeist britische – Eurokraten das europäische Kulturgut Rohmilchkäse mit vorgeschobenen Hygienegründen verbieten wollten und der heutige König die Schirmherrschaft über die von uns im Straßburger Parlament organisierte Protestaktion übernahm. <BR /><BR />Auch als Charles III. wird er den Brexit nicht einfach umkehren können. Den Takt und die Flexibilität jedoch, die er beim Zusammenführen der verschiedenen Landesteile sowie des von Fliehkräften gebeutelten Commonwealth bislang bewiesen hat, kann er eines Tages zumindest im Hintergrund dafür einsetzen, dass der Ärmelkanal nicht noch breiter, sondern wieder schmäler wird. <BR /><BR />Seine Liebe zum deutschen Sprachraum und zu Frankreich, sein lebhaftes Interesse an mitteleuropäischen Landschaften wie Böhmen und Siebenbürgen, seine Begeisterung für Europas vielfältige Kultur sind gute Voraussetzungen, dass der nunmehrige Monarch der europäische Herrscher eines derzeit allzu uneuropäischen Großbritannien wird. <BR />