In Südtirol zweifelt man an der Sinnhaftigkeit und ob es überhaupt möglich sein wird, diese Chip-Pflicht zu kontrollieren.<BR /><BR />Die EU-Verordnung legt eine Chip-Pflicht von Hunden und Katzen in der EU fest – mit Übergangsfristen. Das EU-Parlament muss dieser Neuregelung noch zustimmen, aber das ist nur Formsache, sagt EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann. Für Katzen wurde eine lange Übergangsfrist vorgesehen – von 15 Jahren. Spätestens dann muss die Chip-Pflicht in den Mitgliedstaaten gelten – Rom könnte aber auch vorpreschen und schon morgen die Neuregelung einführen, erklärt Dorfmann.<h3> Chip-Pflicht für Katzen gilt bereits jetzt bei Weitergabe</h3>Hunde müssen in Italien bereits mit Chip versehen werden. Auch das Chippen von Katzen ist schon jetzt in bestimmten Fällen Pflicht: und zwar dann, wenn Katzen weitergegeben werden – also entweder verkauft oder verschenkt werden, erklärt Dr. Christian Piffer, Leiter des Tierärztlichen Dienstes des Sanitätsbetriebes. Nur wenige wissen es: Aber auch wenn eine Katze zur Adoption angeboten wird – etwa in einer Zeitung – dann müsste so ein Tier einen Mikrochip haben, erklärt Dr. Piffer. Einen solchen Mikrochip erhält man von autorisierten Tierärzten in den Ambulatorien. Die Kosten dafür belaufen sich wie für einen Hund auf 30 Euro bis 40 Euro pro Tier, teilt Tierarzt Dr. Simon Kirchler auf Anfrage mit.<BR /><BR />„Alle Katzen zu chippen, ist mit sehr großem Aufwand verbunden“, meint Tierärztekammer-Präsident Dr. Franz Hintner. Es sei fraglich, „ob da alle mitmachen. Wenn die Katze nur zu Hause ist, wird das kaum kontrollierbar sein – bei der großen Menge an Katzen in Südtirol.“ Es sei richtig, dass eine Katze, die weitergegeben werde, gechippt wird. Aber wenn eine Katze nur zu Hause gehalten werde, „dann ist die Frage, ob das Chippen Sinn macht“. <h3> Auch für Dorfmann kam Regelung überraschend</h3>„Auch für uns im EU-Parlament kam die Regelung, dass alle Katzen gechippt werden sollen, überraschend“, berichtet Herbert Dorfmann. „Wir im Parlament haben uns dafür ausgesprochen, dass alle Hunde gechippt werden sollen und nur jene Katzen, die für den Verkauf bestimmt sind.“ Letztlich habe man sich dann aber mit dem Rat darauf geeinigt, dass die Regelung für alle Katzen gelten sollte. Das Chippen von Katzen sei in sieben EU-Staaten bereits Pflicht. Wegen der Probleme mit streunenden Katzen werde in immer mehr Staaten die Chip-Pflicht eingeführt. „Wie sehr diese Regelung dann umsetzbar wird, ist aber eine andere Frage“, meint Dorfmann. Etwa, wenn auf einem Bauernhof jedes Jahr einmal oder mehrere Male Katzenjunge auf die Welt kommen. Wer kontrolliert dann, ob diese gechippt werden? fragt sich der Europaparlamentarier. Andererseits sollten gehaltene Tiere sehr wohl eine Identität haben, meint Dorfmann. Seit die Hunde gechippt werden, gebe es kaum mehr streunende Hunde, weil der Besitzer rückverfolgbar sei. Streunende Katzen gebe es hingegen immer noch zuhauf.<BR /><BR />Bauernbund-Obmann Daniel Gasser gibt sich abwartend: Zuerst müsse man sehen, wie diese Regelung in Italien umgesetzt werde. Auf den Südtiroler Bauernhöfen gebe es zwar eine Menge Katzen, „aber viele Bauern lassen sie inzwischen sterilisieren“. Auch Gasser hält eine Kontrolle dieser neuen Regelung für schwierig. „Und was passiert mit den herrenlosen Tieren?“, fragt sich der Bauernbund-Obmann.