Freitag, 03. Mai 2019

Ein „Pakt für das Südtirol von morgen“

Die Landesregierung ist am Donnerstag und Freitag in der Forstschule Latemar zu einer Klausur zusammengetroffen. Nach den Worten von Landeshauptmann Arno Kompatscher waren es eineinhalb Tage intensiver Austausch über Grundsätzliches und über die Ausrichtung der Arbeit der Landesregierung. Jedes Regierungsmitglied hat in diesem Rahmen die Herausforderungen im jeweiligen Bereich aufgezeigt. Damit konnte ein Gesamtbild gewonnen werden.

Auf der Ebene des Vertrauens will die Landesregierung die Bürokratie abbauen. - Foto: LPA/H. Wisthaler
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Auf der Ebene des Vertrauens will die Landesregierung die Bürokratie abbauen. - Foto: LPA/H. Wisthaler

„Wir haben uns vor allem die Frage gestellt, welche Maßnahmen notwendig sind, damit unsere Kinder und Enkelkinder auch morgen noch ein liebens- und lebenswertes Südtirol vorfinden“, betonte der Landeshauptmann. Der demographische Wandel, die Mobilität der Gesellschaft, der zunehmende Fachkräftemangel und viele weitere Entwicklungen forderten die öffentliche Hand verstärkt. 

„Haben wir morgen noch einen Hausarzt am Land?“

In diesem Zusammenhang zählte der Landeshauptmann eine Vielzahl von Fragen auf, die von der Landesregierung zu beantworten seien: Wird der Bus auch morgen noch nach Astfeld fahren? Bekommen auch die Babyboomer noch einen Platz im Altersheim? Kommt weiterhin sauberes Wasser aus der Leitung? Bekommt eine Biologin in Südtirol einen Arbeitsplatz und findet der Betrieb einen Lehrling? Haben wir morgen noch einen Hausarzt am Land oder können alle Eltern ihrem Kind die Zahnspange bezahlen? Wie können wir unsere Vielfalt und Besonderheiten bewahren? "Diese und weitere ähnliche Fragen sind letztentlich jene, die wir beantworten müssen", so Landeshauptmann Kompatscher bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Sondersitzung der Landesregierung.

„Was machen wir gleich, was ändern wir?“

Zu diesem Zweck will die Landesregierung einen Pakt mit der Bevölkerung schließen, einen  Pakt für das Südtirol von morgen. Dieser soll zum einen "unsere hochwertigen öffentlichen Leistungen dauerhaft sichern und Südtirol zum Beispiel für Nachhaltigkeit machen". Was den ersten Bereich angeht, werden die Landesregierungsmitglieder nun jeweils für das eigene Ressort die Prioritäten setzen. "Wir werden klären, was machen wir gleich, was machen wir anders, was machen wir nicht mehr", sagte der Landeshauptmann.

Was hingegen das Bemühen um Nachhaltigkeit im ökologischen Sinn angeht, so sieht die Landesregierung darin eine Riesenchance. Südtirol solle als Klimaland und was die Biodiversität angeht, eine Vorreiterrolle einnehmen. "Wir sehen das auch als wirtschaftliche Chance nicht nur als Herausforderung", erklärte der Landeshauptmann.

Von der Haltung des Misstrauens auf Ebene des Vertrauens wechseln

Mit dem Nachhaltigkeitspakt will die Landesregierung einen neuen politischen Zugang verbinden. "Wir wollen von der Haltung des Misstrauens, die viel Bürokratie schafft, auf eine Ebene des Vertrauens wechseln", betonte Landeshauptmann Kompatscher. Das bedeute einfache und weniger Verfahren und mehr Eigenverantwortung.

Außerdem sollen nun die bereits definierten rund 50 Arbeitsfelder mit den Interessensgruppen der verschiedenen Bereiche besprochen werden. Alle künftigen Maßnahmen sollen sich dabei an der prinzipiellen Ausrichtung orientieren. Ziel ist es, die Prioritäten bis Herbst abzustecken, wenn die Landesregierung den mehrjährigen Finanzrahmen festgelegt.

lpa

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stol