In Deutschbrod/Havlíckuv Brod ist Jana Fischerová seit Beginn der Freundschaft für die Beziehungen verantwortlich.<BR /><BR /><b>Sobald man in Brixen von Deutschbrod/Havlíckuv Brod spricht, fällt der Name Jana Fischerová. Ich habe den Eindruck, Sie sind das Herz der Partnerschaft.</b><BR />Jana Fischerová: Es freut mich sehr, das zu hören. Ich, und auch mein Ehemann Bobby, haben so viele Freunde in Brixen. Wir waren 1995 das erste Mal dort als ich neue Rätin der Stadtgemeinde geworden war. Damals hatte mich unser Bürgermeister beauftragt, nach Brixen zu fahren, um die Grüße zu überbringen, weil er kein Deutsch sprach. Soweit ich mich erinnern kann, war es zum Altstadtfest. <BR /><BR /><b>Warum sprechen Sie so gut deutsch?</b><BR />Fischerová: Meine Urtante ist in Wien geboren. Deshalb fing ich an, deutsch zu lernen. Sie war sehr reisefreudig und war auch schon in Brixen gewesen. Es war mein großer Traum, auch einmal diese Stadt zu besuchen. Als ich 1995 nach Brixen kam, war Klaus Seebacher Bürgermeister. Wir sind auch danach immer wieder privat nach Brixen gekommen, etwa zum Skiurlaub. Langsam, langsam lernten wir immer mehr Leute in Brixen kennen. Darunter ist auch unser Freund Reinhold Nössing, der mit den Bürgermeistern viel zur Partnerschaft beigetragen hat. Wenn wir in Brixen sind, treffen wir auf der Straße sehr viele Leute, die wir kennen und sehr, sehr mögen. Ich habe in meinem Handy eine ganze Liste von Brixner Freunden. Ich habe bereits einmal in einem Interview gesagt: Ein Stück meines Herzens gehört meiner zweiten Heimat Brixen.<BR /><BR /><b>Wie wurde aus der Freundschaft eine Partnerschaft?</b><BR />Fischerová: Als ich Vizebürgermeisterin war, sagte jemand aus Brixen einmal scherzhaft zu mir: „Sobald Du Bürgermeisterin bist, rollen wir den roten Teppich aus und dann unterschreiben wir den Vertrag mit Brixen.“ 2006 wurde ich tatsächlich Bürgermeisterin. Ein Jahr später unterschrieben wir den Vertrag mit Albert Pürgstaller – zuerst in Deutschbrod/Havlíckuv Brod und dann in Brixen. Es war eine große Feier mit Musikkapellen. Daran erinnere ich mich besonders gern.<BR /><BR /><b>Warum?</b><BR />Fischerová: Die Unterzeichnung war sehr schön. Es waren viele Vereine und Musikgruppen mit dem Bus nach Brixen gekommen, auch aus Borová, dem Geburtsort von Karel Havlíchek Borovsky. Es waren nicht nur offizielle Delegationen dabei, sondern viele Leute, die sich freuten, gemeinsam musizierten und tanzten. Es war mir auch eine Ehre, dass Brixen mir 2019 die Ehrenurkunde verliehen hat.<BR /><BR /><b>Wann kommen Sie wieder nach Brixen?</b><BR />Fischerová: Wenn ich Zuhause sage: „Morgen fahren wir nach Brixen“, antwortet mein Mann ohne zu Zögern: „Ja“. Wir kommen sicher bald – spätestens zum Altstadtfest, wahrscheinlich aber vorher zum Skifahren. Wir freuen uns sehr darauf, unsere Freunde zu sehen.<h3> Hintergrund</h3>Jana Fischerová ist von Anfang an für die Beziehungen zu Brixen verantwortlich. Die heute 68-Jährige hatte Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Prag studiert und dort 1986 promoviert. Sie unterrichtete an der Bauschule und öffnete nach der samtenen Revolution 1989 ein Reisebüro mit Tourismusinformation am Marktplatz, das sie bis zur Pandemie 2020 führte. Bei ihrer ersten Kandidatur in der Stadtgemeinde wurde sie 1994 sofort gewählt. Es folgten je 4 Jahre in der Stadtgemeinde, als Vizebürgermeisterin und als Bürgermeisterin. Von 2010 bis 2017 war sie Parlamentsabgeordnete. <BR /><BR />In ihrer zweiten Amtszeit übernahm sie das Amt der Vizelandeshauptfrau und wurde Vizevorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Fischerová saß von 2010 bis 2014 in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats und war von 2015 bis 2017 Ersatzvertreterin. Heute ist sie in ihrer Stadt für Kultur und Tourismus verantwortlich. Sie vertritt Tschechien in Europäischen Arbeitsgruppen in Straßburg und ist Wahlbeobachterin. Fischerová ist verheiratet, hat 2 Kinder und ein Enkelkind.