„Die wahre Stärke Italiens liegt in seinem sozialen Zusammenhalt“, sagte Mattarella. Zugleich rief er insbesondere junge Menschen dazu auf, nicht aufzugeben, „Mut“ zu haben und ihre Zukunft aktiv zu gestalten.<BR /><BR />Der Präsident begann seine rund 15-minütige Ansprache mit einem Blick auf die internationale Lage. Angesichts der Bombardierungen ukrainischer Städte und der Verwüstung des Gazastreifens werde der Wunsch nach Frieden immer größer, sagte Mattarella. Die Weigerung derjenigen, die Frieden aus einem Gefühl der Stärke heraus verweigerten, werde zunehmend „unverständlich und abstoßend“.<h3> Mattarella erinnert an Referendum 1946</h3>Anschließend erinnerte Mattarella an das Referendum vom 2. Juni 1946, mit dem sich die Italiener für die Republik und gegen die Monarchie entschieden. Die italienische Verfassung habe das Land über Jahrzehnte hinweg inspiriert und geleitet, betonte er. Die Unterzeichnung der Römischen Verträge 1957 bezeichnete Mattarella als weiteren entscheidenden Moment, mit Italien an vorderster Front beim Aufbau Europas. Europa und die transatlantischen Beziehungen, gestützt durch den Marshallplan, seien die beiden Säulen des Wiederaufbaus gewesen. Die Europäische Union und das Atlantische Bündnis bildeten bis heute die Koordinaten der italienischen Außenpolitik.<h3> „Können und müssen stolz sein“</h3>Der italienische Präsident unterstrich, dass sozialer Zusammenhalt in Freiheit und Demokratie es ermöglicht habe, Italien zu dem Land zu machen, das es heute sei. Legitimer politischer Streit habe zu konkreten Verbesserungen im Leben der Menschen geführt. Rechte und Pflichten seien schrittweise Realität geworden. Das Bewusstsein dieser gemeinsamen Geschichte könne helfen, die Herausforderungen der Gegenwart gelassen anzugehen. „Das republikanische Italien ist weltweit eine Erfolgsgeschichte. Darauf können und müssen wir stolz sein. Wir können es sein, weil diese Geschichte das Ergebnis von Opferbereitschaft, Engagement und Beteiligung vieler Generationen von Italienerinnen und Italienern ist“, so Mattarella.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256328_image" /></div> <BR />Die Ansprache des Präsidenten wurde von Premierministerin Giorgia Meloni gelobt. Sie dankte Mattarella dafür, „dass er den tiefen Sinn des 80. Jahrestages der Gründung der Republik“ hervorgehoben habe. Meloni betonte, dass Italien „auf allen Ebenen alles tun werde, damit der Frieden in der Ukraine und im Nahen Osten so bald wie möglich wiederhergestellt werden kann“.<h3> „Die Baumeister von morgen sein“</h3>Die Präsidenten des Senats, Ignazio La Russa, und der Abgeordnetenkammer, Lorenzo Fontana, führten ein Telefongespräch mit Mattarella. Fontana hob den Teil von Mattarellas Ansprache über die Jugend hervor: „Die Zukunft wird im Dialog und durch das Engagement der neuen Generationen gestaltet, die dazu aufgerufen sind, die Baumeister von morgen zu sein“.<BR /><BR />Vizepremier Matteo Salvini, Vorsitzender der Lega, unterstrich die Aussagen Mattarellas zum Thema Frieden und zur Bedeutung des Dialogs. „Dies sind angemessene und kluge Überlegungen, die hoffentlich die Köpfe und Herzen derjenigen erreichen, die weiterhin unnachgiebig vom Krieg sprechen“, so Salvini.