Donnerstag, 04. März 2021

Eine Million mehr Menschen in Armut in Italien aufgrund von Corona

Die soziale Lage in Italien droht sich wegen der Coronakrise zu verschlimmern. Nach Angaben des Statistikamts Istat ist die Zahl der in schwerer Armut lebenden Italiener 2020 auf 5,6 Millionen Menschen gestiegen, eine Million mehr als 2019. 9,4 Prozent der Bevölkerung lebe in Armut, das sei ein Rekord der vergangenen 15 Jahren, teilte Istat am Donnerstag mit.

In Norditalien leben 7,6 Prozent der Familien in Armut.
In Norditalien leben 7,6 Prozent der Familien in Armut. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Der stärkste Anstieg der schweren Armut betreffe vor allem Norditalien. Hier seien 7,6 Prozent der Familien in Armut, geht aus Istat-Angaben hervor. Familien mit mehr Mitgliedern seien von der Krise am stärksten betroffen. Die Durchschnittsausgaben der italienischen Familien seien auf ein Rekordtief seit 20 Jahren gesunken und lagen 2020 bei 2328 Euro monatlich. Das sind 9,1 Prozent weniger als 2019.

Die Regierung um den neuen italienischen Premier Mario Draghi feilt an ihrem ersten Paket mit Stützungsmaßnahmen gegen die Wirtschaftskrise. Kernelement ist die Verlängerung des bis Ende März geltenden Kündigungsverbots bis zum 30. Juni. Premier Draghi will somit in den kommenden Monaten eine Kündigungswelle vermeiden, hieß es in Regierungskreisen.

Mit dem Paket plant die Regierung eine radikale Vereinfachung bürokratischer Prozeduren. Vorgesehen sind außerdem Stützungsmaßnahmen für die von der Wirtschaftskrise am stärksten betroffenen Sektoren wie Gastronomie, Tourismus, Kultur und Freizeitindustrie. Der Zugang zu den Hilfsmaßnahmen soll vereinfacht werden.

apa