Sonntag, 28. April 2019

Eine Tote bei Schüssen auf Synagoge in Kalifornien

Bei einem Angriff auf eine Synagoge in Kalifornien ist am letzten Tag des jüdischen Pessachfestes eine Frau getötet worden. Der mit Angreifer sei am Samstag in die Synagoge der orthodoxen Chabad-Bewegung in Poway nördlich der Stadt San Diego eingedrungen und habe das Feuer eröffnet, sagte Sheriff Bill Gore. Eine Frau sei an ihren Verletzungen gestorben, es gebe drei weitere Verletzte.

Stilles Gedenken an das Opfer Foto: APA (AFP)
Stilles Gedenken an das Opfer Foto: APA (AFP)

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen weißen 19-Jährigen aus San Diego, der sich widerstandslos festnehmen ließ. Der Bürgermeister von Poway, Steve Vaus, sprach von einem „Hassverbrechen”. Er geht davon aus, dass der Angreifer gezielt eine Synagoge ins Visier genommen habe. „Ich habe gehört, dass es definitiv jemand mit Hass in seinem Herzen war, Hass auf unsere jüdische Gemeinschaft.”

Angriff am letzten Tag des Pessachfests

Sheriff Gore sagte, bei dem Angriff am Samstag seien vier Menschen verletzt worden. Eine ältere Frau sei dann an ihren Verletzungen gestorben. Bei den anderen drei Verletzten handle es sich um eine Jugendliche und zwei erwachsene Männer. Sie würden im Krankenhaus behandelt. Zu den Verletzten zählt auch der Rabbi der Gemeinde.

In der Synagoge wurde während des Angriffs das jüdische Pessachfest begangen, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei erinnert. Die einwöchigen Feierlichkeiten hätten am Samstagabend mit einem Essen beendet werden sollen. Das Außenministerium in Jerusalem teilte mit, das Konsulat in Los Angeles prüfe, ob Israelis betroffen seien.

Täter festgenommen

Die Polizei wurde dem Sheriff zufolge alarmiert, nachdem der Mann die Synagoge betreten und das Feuer mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 eröffnet hatte. Derartige Waffen wurden wiederholt bei Amokläufen in den USA verwendet. Ein außer Dienst befindlicher Beamter, der sich am Tatort befand, habe auf den Angreifer geschossen, als dieser die Flucht ergriff, sagte Gore.

Der Beamte habe das Auto des mutmaßlichen Täters getroffen. Der 19-Jährige wurde schließlich von einem per Funk informierten Beamten festgenommen.

„Tiefste Anteilnahme“

US-Präsident Donald Trump drückte im Weißen Haus seine „tiefste Anteilnahme” aus. „Momentan sieht es wie ein Hassverbrechen aus, aber meine tiefste Anteilnahme gilt all den Betroffenen, wir werden der Sache auf den Grund gehen”, sagte Trump. Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez zeigte sich auf Twitter „untröstlich” über den Angriff. „Wir haben die Verantwortung, unsere Nachbarn zu lieben und zu schützen”, fügte sie hinzu. Der demokratische Abgeordnete für Kalifornien, Mike Levin, erklärte, der Hass und die Gewalt müssten aufhören.

apa/ag.

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stol